Milbradts Rücktritt wegen SachsenLB gefordert
Nach Einschätzung des SPD-Landtagsabgeordneten Karl Nolle könnten sich die Verluste der SachsenLB-Eigner trotz des Verkaufs auf jeweils 500 Millionen Euro summieren. «Ein Ministerpräsident, der das mitzuverantworten hat, kann sich künftig nicht mehr wie bisher als Finanzexperte feiern lassen», sagte Nolle.
Milbradt lehnt indes einen Rücktritt wegen der Krise um die SachsenLB ab. Er habe gehandelt und versucht, das Problem zu lösen, sagte der Ministerpräsident im Deutschlandradio Kultur. «Aber wenn man jetzt das Problem löst, wenn man Schaden von dem Land abwendet, dann ist es natürlich ein bisschen grotesk zu sagen, dann musst du dafür zurücktreten», sagte Milbradt.
Als Soforthilfe überweise die LBBW Eigenkapital in Höhe von 250 Millionen Euro nach Sachsen. Die LBBW wachse im nationalen Maßstab und «Sachsen bekommt einen fairen Partner», erklärte Oettinger. Die SachsenLB wird derzeit mit 300 Millionen Euro bewertet. Sachsens Ministerpräsident Milbradt hatte sich für die über das Wochenende durchgezogene Rettungsaktion auf eine Notlage berufen.
Die LBBW habe sich eine sehr restriktive Rückgabeklausel einräumen lassen, weil noch keine abschließende Risikobewertung möglich gewesen sei. «Baden-Württemberg springt nicht in ein schwarzes Loch», versicherte Milbradt. Finanzminister Metz sagte in Dresden, es sei vereinbart worden, den Standort Leipzig und den Umfang der Beschäftigung zu erhalten.
Erst vor einer Woche hatte die Sparkassen-Finanzgruppe der SachsenLB eine Kreditlinie von 17,3 Milliarden Euro gewährt, um die Bank am Leben zu halten. Auslöser der Krise war der von der Bank-Tochter SachsenLB Europe gemanagte Fonds Ormond Quay. Wie die «Welt» unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtete, hat die LBBW darauf bestanden, dass der Krisenfonds Ormond Quay nicht Gegenstand des Kaufvertrags ist. (nz/AP/dpa)

