netzeitung.deTotalschaden bei der Göttinger Gruppe

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Kein Geld mehr vorhanden - Anleger der Göttinger Gruppe gehen leer aus (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Kein Geld mehr vorhanden - Anleger der Göttinger Gruppe gehen leer aus
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Die 250.000 Anleger der insolventen Göttinger Gruppe gehen leer aus. Der Insolvenzverwalter sieht keine Möglichkeiten, an Geld zu kommen - es ist nichts mehr übrig.

Der Insolvenzverwalter für den Finanzkonzern Göttinger Gruppe sieht kaum Chancen für Anleger, wieder an ihr Geld heranzukommen. Er gehe davon aus, «dass die gesamten Anlagen der Göttinger Gruppe in Höhe von gut einer Milliarde Euro vollständig verloren sind», teilte der Rechtsanwalt Rolf Rattunde am Donnerstag in Berlin mit. Das Insolvenzverfahren gerate zu einem «wirtschaftlichen Totalschaden».

Vor dem Amtsgericht Charlottenburg hatte zuvor die erste Gläubigerversammlung stattgefunden. Von der Pleite sind wahrscheinlich mehr als 250.000 Anleger betroffen. Das Gericht hatte im Juni das Insolvenzverfahren über die Finanzholding der Göttinger Gruppe und zwei weitere Gesellschaften des Konzerns mit Sitz in Berlin eröffnet.

An der Gläubigerversammlung für die Holding am Donnerstag nahmen nach Angaben Rattundes 44 Personen teil, die Forderungen von rund 70 Millionen Euro und einige tausend Investoren vertreten hätten.

Der Insolvenzverwalter wies darauf hin, dass die Anleger auch noch mit Steuernachforderungen rechnen müssten. Das Steuersparmodell der Göttinger Gruppe habe vor allem auf stillen Einlagen basiert. In der Vergangenheit hätten Anleger so Verluste abschreiben können - jetzt aber sei es den Finanzämtern möglich, Steuerersparnisse zurückzufordern. In Verhandlungen mit dem zuständigen Finanzamt Göttingen bemühe er sich, «zusätzliche Schäden für die Anleger nach Möglichkeit zu mildern».

Die Göttinger Gruppe hatte in den vergangenen Jahren im großen Stil so genannte atypische stille Beteiligungen als Altersvorsorge angeboten. Den Anlegern brachte ihr Engagement allerdings häufig nur Verluste. Ein Mitbegründer des Konzerns wurde Mitte Juli in den Niederlanden verhaftet und nach Deutschland ausgeliefert.

Gegen eine Kaution in sechsstelliger Höhe wurde er inzwischen aus der Haftanstalt Göttingen entlassen, wie ein Justizsprecher am Donnerstag sagte. Der frühere Vorstandsvorsitzende der Securenta AG war wegen Steuerhinterziehung international gesucht worden. Die Securenta AG ist die Hauptgesellschaft des Konzerns. (dpa)