Totalschaden bei der Göttinger Gruppe
16.08.2007
Herausgeber: netzeitung.de
An der Gläubigerversammlung für die Holding am Donnerstag nahmen nach Angaben Rattundes 44 Personen teil, die Forderungen von rund 70 Millionen Euro und einige tausend Investoren vertreten hätten.
Der Insolvenzverwalter wies darauf hin, dass die Anleger auch noch mit Steuernachforderungen rechnen müssten. Das Steuersparmodell der Göttinger Gruppe habe vor allem auf stillen Einlagen basiert. In der Vergangenheit hätten Anleger so Verluste abschreiben können - jetzt aber sei es den Finanzämtern möglich, Steuerersparnisse zurückzufordern. In Verhandlungen mit dem zuständigen Finanzamt Göttingen bemühe er sich, «zusätzliche Schäden für die Anleger nach Möglichkeit zu mildern».
Die Göttinger Gruppe hatte in den vergangenen Jahren im großen Stil so genannte atypische stille Beteiligungen als Altersvorsorge angeboten. Den Anlegern brachte ihr Engagement allerdings häufig nur Verluste. Ein Mitbegründer des Konzerns wurde Mitte Juli in den Niederlanden verhaftet und nach Deutschland ausgeliefert.
Gegen eine Kaution in sechsstelliger Höhe wurde er inzwischen aus der Haftanstalt Göttingen entlassen, wie ein Justizsprecher am Donnerstag sagte. Der frühere Vorstandsvorsitzende der Securenta AG war wegen Steuerhinterziehung international gesucht worden. Die Securenta AG ist die Hauptgesellschaft des Konzerns. (dpa)

