netzeitung.deAWD verbucht deutlichen Gewinnsprung

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AWD-Chef Carsten Maschmeyer (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe AWD-Chef Carsten Maschmeyer
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Der Finanzdienstleister AWD hat im abgelaufenen Quartal gut verdient. Die private Altersvorsorge boomt - ein Viertel des Umsatzes erwirtschaftet der Konzern in diesem Bereich.

Der Finanzdienstleister AWD hat im zweiten Quartal trotz deutlicher Zuwächse bei Umsatz und Gewinn die Erwartungen der Analysten nur teilweise erfüllt. Während der Umsatz hinter den Erwartungen zurückblieb, stieg der Überschuss deutlich stärker als erwartet. Der operative Gewinn fiel dagegen im Rahmen der Erwartungen aus. Einen Gewinneinbruch verzeichnete AWD aber in Großbritannien.

Der Umsatz sei im Jahresvergleich um neun Prozent auf 187,0 Millionen Euro gestiegen, teilte das im M-Dax notierte Unternehmen am Dienstag in Hannover mit. Analysten hatten im Schnitt mit einem etwas stärkeren Anstieg auf 189,9 Millionen Euro gerechnet. Der Überschuss erhöhte sich dagegen um mehr als ein Drittel auf 16,3 Millionen Euro und lag damit deutlich über den Erwartungen.

Beim Umsatz verfehlte AWD im zweiten Quartal auch sein für das Gesamtjahr gestecktes Wachstumsziel von mindestens zehn Prozent . Dank des starken ersten Quartals stieg der Umsatz im ersten Halbjahr insgesamt jedoch noch um 10,4 Prozent. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg um knapp 16 Prozent auf 20,8 Millionen.

Das Umsatzplus begründete das Unternehmen vor allem mit der weiter regen Nachfrage nach Produkten für Altervorsorge und Vermögensaufbau, auf die knapp drei Viertel der Erlöse entfiel. Das stärkste Wachstum verzeichneten aber Immobilien- und Steuersparprodukte, deren Umsatz um mehr als 50 Prozent auf rund 17 Millionen Euro zulegte. Der Umsatz mit Vorsorgeprodukten wie Fonds und Lebensversicherungen stieg dagegen nur um zwei Prozent auf rund 137 Millionen Euro. Die Vergleichszahlen des Vorjahres wurden dabei um das im September 2006 eingestellte verlustreiche Italien-Geschäft bereinigt, wo AWD im zweiten Quartal des vergangenen Jahres bei 2,6 Millionen Euro Umsatz einen operativen Verlust von 1,1 Millionen Euro verzeichnet hatte.

Die Beraterzahl stieg von Anfang April bis Ende Juni um 77 oder 1,2 Prozent auf 6.343. Damit verlangsamte sich das Beraterwachstum gegenüber dem starken Zulauf im ersten Quartal wieder deutlich. In den ersten drei Monaten hatte AWD noch 226 neue Vertriebsleute hinzugewonnen. In den beiden Quartalen davor waren im Schnitt aber nur 70 neue Berater pro Quartal hinzugekommen. Konkurrent MLP , der seit April mit einem Fixum von 15.000 Euro pro Jahr um neue Berater wirbt, hatte seine Beraterzahl im zweiten Quartal ebenfalls um 1,2 Prozent erhöht. Die Entwicklung der Beraterzahl gilt Branchenbeobachtern als Indikator für mögliches künftiges Wachstum bei Finanzdienstleistern.

Die Zahl der AWD-Kunden erhöhte sich von 1,85 Millionen Ende März auf 1,89 Millionen. Dabei gewann das Unternehmen in den Monaten April bis Juni 51.300 Neukunden hinzu, 2,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit sei das interne Ziel von 50.000 Neukunden pro Quartal erneut übertroffen worden, hieß es. Insgesamt wurden in dem Quartal 117.000 Kunden beraten, 5700 mehr als im Vorjahreszeitraum. (dpa-afx)