06. Aug 2007 12:02
Die Speicherchip-Tochter lastet wie ein Klotz am Bilanz-Bein von Infineon, die Qimonda-Aktien wird das Management einfach nicht los. Vielleicht werden sie einfach bei den Anteilseigner abgeladen.
Möglicherweise erhalten die Aktionäre des Chipherstellers Infineon auf der nächsten Hauptversammlung ein nicht unbedingt willkommenes Geschenk: Vorstandsvorsitzender Wolfgang Ziebart erwägt offensichtlich, Aktien der Speicherchip-Tochter Qimonda an die eigenen Aktionäre zu verschenken. Grund ist die derzeitige Unverkäuflichkeit der Papiere über die Börse: Qimonda hatte zuletzt einen hohen Verlust eingefahren und damit auch die Bilanz der Muttergesellschaft belastet. Derzeit kostet die Aktie 14,28 Dollar und liegt damit nur leicht über dem Ausgabepreis von 13 Dollar. Nach früheren Angaben stehen die Papiere mit einem Preis von 15,25 Dollar in den Infineon-Büchern.Der Konzern betonte am Montag in München, er werde die Beteiligung an Qimonda bis zur Hauptversammlung 2009 «auf deutlich unter 50 Prozent» senken. Derzeit liegt der Anteil bei fast 86 Prozent. Möglich sei eine Satzungsänderung auf dem kommenden Aktionärstreffen, das den Weg für eine Sachdividende frei machen würde, teilte Infineon mit. Bis dahin werde aber die «bisherige Strategie, die Beteiligung durch Abverkäufe und andere Kapitalmaßnahmen zu reduzieren, ... konsequent fortgesetzt».
Ende vergangenen Monats hatte Infineon von einem Quartalsverlust von 197 Millionen Euro berichtete – nach elf Millionen Euro im Vorquartal. Wichtigster Verlustbringer war die im stark schwankenden Geschäft mit Speicherchips tätige Tochter Qimonda: Allein bei ihr fiel nach Firmenangaben vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ein Ebit-Fehlbetrag von 280 Millionen Euro an. Damit hat Infineon in neun den zehn zurückliegenden Quartalen rote Zahlen geschrieben und so einen Verlust von rund 800 Millionen Euro angehäuft.Nach dem endgültigen Ausstieg aus der Speicherchipproduktion will sich Infineon auf lohnendere Produkte konzentrieren. Darunter finden sich Halbleiter für das Apple-Handy iPhone ebenso wie Chips für die Industrie und den Einsatz im Auto. (nz)