27.07.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Das AKW Krümmel ist sicher, meint Vattenfall
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die alten Kernkraftwerke seien «jetzt am sichersten», ist Vattenfall-Chef Josefsson überzeugt. Er räumt jedoch ein, die Angst vor den Risiken der Atomkraft nicht ernst genug genommen zu haben.
Der Vorstandsvorsitzende des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall, Lars Josefsson, hat nach den Störfällen in den Kernkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel Zweifel an der Sicherheit alter Atommeiler in Deutschland zurückgewiesen. Bei den alten Kraftwerken sei der Sicherheitsstandard jedes Jahr erhöht worden.
«Die sind jetzt am sichersten - viel sicherer als vor 30 Jahren», sagte Josefsson am Donnerstagabend bei einer Veranstaltung des Deutschlandradio Kultur und der «Welt am Sonntag» laut Mitteilung. Daher bestehe kein Grund, die Betriebslizenzen zurückzugeben. Die jüngsten Störfälle in Brunsbüttel und Krümmel seien auf der internationalen Skala auf Rang Null eingestuft worden. «Weniger geht nicht», sagte Josefsson.
Der Konzernchef räumte erneut Fehler in der Öffentlichkeitsarbeit ein. Das Unternehmen habe die Angst der Deutschen vor den Risiken der Atomkraft nicht ernst genug genommen. Dadurch sei eine Vertrauenskrise entstanden. Niemand verstehe beispielsweise, warum erst ein Durchsuchungsbefehl nötig gewesen sei, damit die Polizei mit den Beschäftigten habe sprechen können. «Ich verstehe das auch nicht», sagte Josefsson.
Josefsson sprach sich erneut für längere Laufzeiten von Atomkraftwerken aus. Wenn Deutschland jetzt aus der Kernkraft aussteige, verspiele es möglicherweise eine Option für später. Die geringeren Betriebskosten für abgeschriebene Kraftwerke würden sich für die Konsumenten in niedrigeren Preisen positiv auswirken.
Einen Monat nach der Abschaltung des Atomkraftwerks Krümmel will Vattenfall am Donnerstag vor Ort über den aktuellen Stand Rede und Antwort stehen. Der Reaktor Krümmel wurde nach einem Transformatorbrand auf unbestimmte Zeit abgeschaltet. Das Nachbarkraftwerk Brunsbüttel ist derzeit wegen einer Pannenserie abgeschaltet und bleibt wohl mindestens weitere zwei Wochen vom Netz. (Reuters)