19.07.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Kunden in einer Apotheke
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Apothekerverbände sollen ihre Mitglieder aufgefordert haben, Geschäftsbeziehungen zum Großhändler Gehe einzustellen. Das Kartellamt sucht nach Beweisen.
Das Bundeskartellamt hat bei einer Durchsuchung in den Büros der Apotheker-Verbände nach Beweisen für einen angeblichen Boykott-Aufruf gesucht. Ein Sprecher des Kartellamtes bestätigte am Donnerstag einen Bericht der «Financial Times Deutschland» (FTD). Der Verband soll seine Mitglieder aufgefordert haben, die Geschäftsbeziehungen mit dem Pharmagroßhändler Gehe zu beenden.
«Wir prüfen, ob Apotheken von ihren Verbänden angehalten worden sind, ihre Lieferbeziehungen mit dem Pharmagroßhändler Gehe zu beenden», zitierte das Blatt einen Sprecher des Kartellamts. Gehe gehört zum Celesio-Konzern, der mit der Internet-Apotheke DocMorris langfristig ein bundesweites Filialnetze aufbauen will und so zum direkten Konkurrenten der Apotheken und damit seiner Kunden würde.
Der «FTD» zufolge fanden in Berlin, Baden-Württemberg, Mecklenburg- Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Thüringen Durchsuchungen statt. Bisher ist es in Deutschland noch verboten, Apotheken-Ketten mit mehr als vier Filialen zu errichten. Dagegen laufen unter Verweis auf europäisches Recht mehrere Verfahren. (nz/dpa)