AOK will mit Rabattverträgen Milliarden sparen
18.07.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Die neuen Vereinbarungen sollten zwei Jahre laufen und 82 Wirkstoffe mit einem Umsatzvolumen von 2,7 Milliarden Euro im Jahr 2006 umfassen. Die Versicherten sollten im Gegenzug im Umfang von mehr als 100 Millionen Euro von Zuzahlungen befreit werden. Der Vizechef der AOK Baden-Württemberg rechnet nach eigenen Worten damit, dass sich an der zweiten Rabattrunde auch die großen Generikahersteller beteiligen werden.
Hermann wies allerdings Berichte über Lieferengpässe in großem Umfang und Nachteilen für die Versicherten zurück. Bereits im April hätten 70 Prozent der Patienten ihre Rabatt-Arznei sofort in der Apotheke erhalten, 20 Prozent nach einer kurzen Wartezeit, sagte der AOK-Manager.
Bereits kurz nach dem Start der Gesundheitsreform im April seien von den Apotheken zu mehr als 80 Prozent Rabattprodukte an AOK-Versicherte abgegeben worden. Dies habe zu großen Marktverschiebungen geführt. So hätten die Rabattpartner ihren Marktanteil von Januar bis Juni von 2,9 Prozent auf 12,6 Prozent gesteigert. Voraussetzung auch für die neuen Verträge werde neben dem Preis die Lieferfähigkeit des Unternehmens sein, sagte Hermann.
Schon Anfang Mai hatte Hermann in einem Gespräch mit Netzeitung.de angekündigt, zügig die Ausschreibung für den Folgevertrag zu beginnen. Dabei werde auch über Konventionalstrafen nachgedacht für den Fall von Lieferausfällen. Der Hessische Apothekerverband forderte die AOK dazu auf, «Rabattverträge mit leistungsfähigeren Herstellern» abzuschließen. Dabei wurde auf die Techniker Krankenkasse verwiesen, die für ihren Rabattvertrag auch den großen deutschen Generikahersteller Ratiopharm gewann. (nz/Reuters)

