netzeitung.deVattenfall hält an Krümmel-Lizenz fest

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Feuerwehrleute auf dem Gelände des Atomkraftwerks Krümmel (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Feuerwehrleute auf dem Gelände des Atomkraftwerks Krümmel
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Angeblich erwägt Vattenfall nach dem Brand im AKW Krümmel, die Lizenz abzugeben. Dem widersprach ein Konzernsprecher vehement. Personelle Konsequenzen will der Konzern allerdings prüfen.

Ein Ausstieg aus dem Atomkraftwerk Krümmel steht für den Energiekonzern Vattenfall nach eigenen Angaben nicht zur Debatte. Ein Unternehmenssprecher widersprach am Samstag einem Bericht des «Spiegel», wonach der Betreiber nach dem Brand im AKW Krümmel erwäge, die Betreiberlizenz für die Meiler Krümmel und Brunsbüttel abzugeben.

Man sei wegen der gemeinsam betriebenen Atommeiler in Brunsbüttel und Krümmel ständig im Gespräch mit dem Konkurrenten Eon. «Eine Übertragung unserer Kernkraftwerks-Anteile steht nicht auf der Tagesordnung.» Das Magazin hatte berichtet, in der vergangenen Woche habe es bereits erste Gespräche gegeben, die Lizenz auf Eon zu übertragen.

Als Grund nannte der «Spiegel», dass der Düsseldorfer Energiekonzern, der bereits mit 50 beziehungsweise 33 Prozent an den Reaktoren beteiligt ist, einen besseren Ruf beim Betreiben von Kernreaktoren genieße. In der Eon-Zentrale wolle man aber vor einer Entscheidung die Aufarbeitung der Vorgänge im Reaktor abwarten.

AKW-Geschäftsführer könnte gehen müssen
Der Atommeiler Krümmel ist seit einem Brand in einem Transformator vor zwei Wochen abgeschaltet. Am Freitag hatte die Polizei Büros und den Leitstand des Reaktors durchsucht. Vattenfall räumte am Freitag Kommunikationsprobleme beim Personal ein. Die am späten Abend veröffentlichte Zusammenstellung für die Atomaufsicht erwähnt ein Missverständnis zwischen dem Schichtleiter und dem Reaktorfahrer.

Laut «Berliner Zeitung» sind die Miteigentümer an den Meilern Krümmel und Brunsbüttel, Eon und RWE, verärgert wegen des schlechten Krisenmanagements von Vattenfall. Ein Eon-Sprecher sagte am Samstag der Nachrichtenagentur dpa, die Pannen schadeten dem Image der Kernkraft. Er sprach von ärgerlichen Vorkommnissen beim Betreiber Vattenfall, die aber dennoch nichts daran änderten, dass deutsche Atomkraftwerke zu den sichersten weltweit zählten. Zum «Spiegel»-Bericht wollte er nicht Stellung nehmen.

Wegen der AKW-Pannen will die Konzernspitze von Vattenfall in Deutschland Konsequenzen ziehen. Wie der «Tagesspiegel» in Berlin berichtete, sollen nach Krisentreffen an diesem Wochenende unter Leitung von Vorstandschef Klaus Rauscher Anfang der Woche weitreichende Veränderungen im Organisationsablauf des Konzerns beschlossen werden. Der Zeitung zufolge ist auch eine Abberufung des Geschäftsführers für den Kernkraftbereich, Bruno Thomauske, nicht mehr ausgeschlossen. Er werde in der Konzernspitze verantwortlich gemacht für Fehlinformationen an Behörden und Öffentlichkeit nach den Pannen in Brunsbüttel und Krümmel.

Der schwedische Mutterkonzern des Krümmel-Betreibers sieht eine «kritische Situation für das Vertrauen in Vattenfall Deutschland». Das sagte ein Sprecher des Vattenfall-Chefs Lars Josefson dem Berliner «Tagesspiegel am Sonntag». Die Konzernspitze verfolge die Vorgänge in Deutschland sehr genau. (nz/dpa/AP)