Vattenfall hält an Krümmel-Lizenz fest
14.07.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Als Grund nannte der «Spiegel», dass der Düsseldorfer Energiekonzern, der bereits mit 50 beziehungsweise 33 Prozent an den Reaktoren beteiligt ist, einen besseren Ruf beim Betreiben von Kernreaktoren genieße. In der Eon-Zentrale wolle man aber vor einer Entscheidung die Aufarbeitung der Vorgänge im Reaktor abwarten.
Laut «Berliner Zeitung» sind die Miteigentümer an den Meilern Krümmel und Brunsbüttel, Eon und RWE, verärgert wegen des schlechten Krisenmanagements von Vattenfall. Ein Eon-Sprecher sagte am Samstag der Nachrichtenagentur dpa, die Pannen schadeten dem Image der Kernkraft. Er sprach von ärgerlichen Vorkommnissen beim Betreiber Vattenfall, die aber dennoch nichts daran änderten, dass deutsche Atomkraftwerke zu den sichersten weltweit zählten. Zum «Spiegel»-Bericht wollte er nicht Stellung nehmen.
Wegen der AKW-Pannen will die Konzernspitze von Vattenfall in Deutschland Konsequenzen ziehen. Wie der «Tagesspiegel» in Berlin berichtete, sollen nach Krisentreffen an diesem Wochenende unter Leitung von Vorstandschef Klaus Rauscher Anfang der Woche weitreichende Veränderungen im Organisationsablauf des Konzerns beschlossen werden. Der Zeitung zufolge ist auch eine Abberufung des Geschäftsführers für den Kernkraftbereich, Bruno Thomauske, nicht mehr ausgeschlossen. Er werde in der Konzernspitze verantwortlich gemacht für Fehlinformationen an Behörden und Öffentlichkeit nach den Pannen in Brunsbüttel und Krümmel.
Der schwedische Mutterkonzern des Krümmel-Betreibers sieht eine «kritische Situation für das Vertrauen in Vattenfall Deutschland». Das sagte ein Sprecher des Vattenfall-Chefs Lars Josefson dem Berliner «Tagesspiegel am Sonntag». Die Konzernspitze verfolge die Vorgänge in Deutschland sehr genau. (nz/dpa/AP)

