13. Jul 2007 12:40
Zehntausende Jobs erwartet der deutsche Maschinenbau durch neue Energiespartechnik. Der Umsatz soll im Bereich der erneuerbaren Energien bis 2020 jährlich zweistellig wachsen.
«Für den Bereich der erneuerbaren Energien erwarten wir uns ein jährliches Umsatzwachstum von 15 Prozent bis mindestens 2020.» Die von der Bundesregierung geplante Steigerung der Energieeffizienz um jährlich drei Prozent bis 2020 werde zudem für massive Investitionen in neue Maschinen sorgen. Mehr als die Hälfte der rund 6000 Unternehmen in Deutschland produziert Maschinen, die zur Herstellung von Ökostrom genutzt werden oder durch deren Einsatz Energie gespart werden kann. Damit sind damit etwa Motoren oder Pumpen gemeint, die genauso viel oder mehr leisten aber deutlich weniger Energie verbrauchen als ältere Modelle. Die Branche verbuche einen «energierelevanten Umsatz» von schätzungsweise 55 bis 80 Milliarden Euro, sagte Herdan. Insgesamt setzten die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer im vergangenen Jahr rund 165 Milliarden Euro um. Allein mit Kunden aus der Wasserkraft, Wind-, Solar- und Bioenergie erwirtschafteten sie Erlöse von geschätzten 14 Milliarden Euro.
«Es profitieren alle Hersteller, die technologische Entwicklungen zur Effizienzsteigerung bereitstellen, zum Beispiel Antriebstechnik, Kraftwerkstechnik, Pumpen, Kompressoren und Thermoprozesstechnik», erläuterte Herdan. Hinzu kämen die Produzenten von Anlagen, die Strom und Wärme aus Wind-, Wasser- oder Bioenergie herstellten. Auch deren Zulieferer, etwa Getriebe- Lager- und Generatorenbauer, hätten mit steigenden Aufträgen zu rechnen.
Wegen der hohen Nachfrage aus dem Boom-Sektor stoßen die Hersteller dem VDMA zufolge an die Grenzen der Belastbarkeit. «Die insgesamt sehr positive wirtschaftliche Entwicklung hat zu Lieferengpässen in allen Bereichen des Maschinenbaus geführt. Besonders betroffen sind natürlich auch die Branchen der erneuerbaren Energie mit Wachstumsraten der Windindustrie von 30 Prozent in 2006», sagte Herdan. Entspannung sei aber in Sicht, da sowohl auf der Hersteller- als auch auf der Zulieferseite die Kapazitäten stark erweitert worden seien. (Reuters)