05. Jul 2007 08:54
Sowohl bei den Ländern wie bei den Anbietern setzt Apple in Europa offenbar auf Größe. Doch das stark gehypte iPhone im Angebot zu haben, könnte für die Mobilfunkbetreiber teuer werden.
Beim Marktstart seines Handy iPhone setzt der US-Computerkonzern Apple auf Größe: Das Gerät wird nach Medienberichten im Herbst zunächst nur auf den drei größten Märkten Deutschland, Frankreich und Großbritannien angeboten. Und Apple setzt dabei offenbar auch auf die jeweils größten Anbieter, die das stark beworbene Gerät exklusiv verkaufen können.Die «Financial Times» berichtete, für Großbritannien werde O2 die Exklusivrechte erhalten. Damit ginge der heimische Anbieter Vodafone zu Gunsten der Tochter des Telefonica-Konzerns leer aus. In Deutschland dürfte das Gerät nach Medienberichten zunächst von Marktführer T-Mobile angeboten werden. Für Frankreich steht Apple offenbar in Verhandlungen mit Orange, der Tochter des früheren Monopolisten France Télécom.
Der Start des Geräts in der USA hatte beinahe für Hysterie in den Medien und bei den Kunden gesorgt. In einigen Regionen scheint das iPhone nicht mehr vorrätig zu sein – obwohl es zunächst nur mit einem Vertrag des landesweit größten Anbieters AT&T funktioniert und die Abnahme für die Kunden auf ein oder zwei iPhones begrenzt worden war.Außerhalb der drei europäischen Kernmärkte wird das iPhone der «FT» zufolge erst 2008 erhältlich sein. Für das kommende Jahr sei auch der Marktstart in Asien geplant. Experten rechnen damit, dass auch in Europa eine starke Nachfrage nach dem Apple-Handy besteht – obwohl das Gerät auf dem langsameren 2,5G-Standard funktioniert und den neuesten und schnellsten Mobilfunkstandard UMTS nicht nutzen kann.
Angesichts der Möglichkeit, auf den gesättigten europäischen Märkten – auf denen fast jeder ein Mobiltelefon besitzt – mit dem iPhone neue Kunden anzulocken, sind die Netzbetreiber möglicherweise auch bereit, Apple in ungewohnter Weise für die Exklusivrechte zu danken. Die «FT» jedenfalls berichtete unter Berufung auf Kreise, in den USA habe AT&T eine Vereinbarung unterzeichnet, nach denen der Computerhersteller auch Teile des Umsatzes erhalten wird, den iPhone-Nutzer dem Netzbetreiber bescheren.Eine Firmensprecherin wollte dieses «Gerücht» nicht kommentieren. Sollte es zutreffen, würde sich das erste Handy in der Geschichte des Computerkonzerns als noch größere Goldgrube für Apple erweisen, als sie ohnehin schon ist: Der Verkaufspreis von 500 bis 600 Dollar beträgt nach Medienberichten etwa das Doppelte der Kosten, die bei Apple für die Herstellung anfallen. (nz)