Am Donnerstag hatte ein Transformator in Krümmel nach einem Kurzschluss Feuer gefangen. Daraufhin wurde eine Schnellabschaltung ausgelöst. Vattenfall geht weiter davon aus, dass sich Öl als Kühlflüssigkeit entzündet hat. In diesem Zusammenhang hat die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW erneut darauf hingewiesen, dass in allen zwölf deutschen Atomkraftwerken ein erhöhtes Brandrisiko besteht, weil sich innerhalb der Sicherheitsbehälter große Ölmengen befinden.Das Öl sei erforderlich, um die Hauptkühlmittelpumpen zu schmieren, die den Primärkreislauf der Atomkraftwerke umwälzen. Die Anordnung dieser Ölinventare innerhalb des Containments ist nach Auffassung der Gesellschaft für Reaktorsicherheit aus brandschutztechnischer Sicht nachteilig. «Es handelt sich hierbei um eine gefährliche konzeptionelle Fehlkonstruktion dieser von Siemens errichteten Anlagen, weil es aufgrund der großen Ölinventare zu gefährlichen Bränden und letztlich zum Super-GAU kommen kann», sagte Henrik Paulitz, Atomexperte der IPPNW am Mittwoch.
«Auch der Umstand, dass jetzt im Atomkraftwerk Krümmel ein Transformator tagelang brannte, zeigt, dass diese Technik nicht beherrschbar ist», sagte Paulitz. «Wir müssen zügig die Atomkraftwerke abschalten und aus diesem gefährlichen Abenteuer endlich aussteigen. Schon morgen kann es in Europa zu einem zweiten Tschernobyl kommen.» (nz/AP/dpa)