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Stellenanzeigen bringen Zeitungen Zuwächse

03. Jul 2007 10:53, ergänzt 14:03
Schon 2006 wurden ein Drittel mehr Stellenanzeigen geschaltet
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Der Boom am Arbeitsmarkt macht auch die Zeitungsverleger wieder optimistisch. Die Auflagen fallen weiter – aber immerhin schaffen die deutschen Zeitungen ein Umsatzplus.

Trotz erneut gesunkener Auflage haben die deutschen Zeitungen im vergangenen Jahr beim Umsatz leicht zugelegt. Während die Auflage der Tages-, Wochen- und Sonntagszeitungen um 2,2 Prozent auf rund 26,4 Millionen Exemplare sank, sei der Umsatz 2006 um 1,2 Prozent auf 9,14 Milliarden Euro gestiegen, teilte der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) am Dienstag in Berlin mit.

«Die deutschen Zeitungen profitieren vom wirtschaftlichen Aufschwung», sagte BDZV-Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff auf der Jahrespressekonferenz des Verbands. So habe das Anzeigenvolumen in den ersten vier Monaten 2007 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um drei Prozent zugenommen.

Boom am Arbeitsmarkt hilft

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Ein deutliches Plus gab es mit über 32 Prozent bei den Stellenanzeigen. Kfz-Anzeigen nahmen hingegen um zehn, Reiseanzeigen um über fünf Prozent ab. Als Werbeträger halte die Zeitung unangefochten die Spitzenposition, sagte Wolff. Allerdings werde das Wettbewerbsumfeld schwieriger und komplexer.

In diesem Zusammenhang kritisierte Wolff den Ausbau der Internet-Plattformen von ARD und ZDF. Mit der Grundversorgung seien die Online-Aktivitäten der Funkhäuser nicht zu begründen, sagte er. Allein in der Zeitungsbranche gebe es inzwischen rund 600 Internetportale.

Werbeumsatz im Netz fast verdoppelt

«Es grenzt an eine Enteignung der Verlage, wenn der gebührenfinanzierte öffentlich-rechtliche Rundfunk jetzt Online-Zeitungen produziert», sagte Wolff. Er forderte, die Aufgaben der öffentlich-rechtlichen Funkhäuser neu zu definieren. Sie seien «klar und eng» zu fassen. Es dürfe weder eine «systematische lokale Berichterstattung» auf deren Internetseiten noch «hunderte von Spielen» geben. Wolff kündigte ein baldiges Gespräch des BDZV mit den Intendanten von ARD und ZDF an.

Zu den Internet-Aktivitäten der Verlage legte der Verband positive Zahlen vor. Online-Angebote der Zeitungen erreichten inzwischen rund 34 Prozent der Internetnutzer. Am deutlich wachsenden Werbemarkt im Netz seien die Zeitungen überproportional beteiligt. So seien die Werbeeinnahmen der Regionalzeitungen 2006 um 62 Prozent gestiegen. Über alle Mediengattungen hinweg habe der Zuwachs rund 49 Prozent betragen. Der mit Werbung im Internet erzielte Gesamtumsatz wird für Deutschland auf 500 bis 900 Millionen Euro geschätzt.

Immer weniger junge Leser

Dietmar Wolff sieht Gefahr durch die Öffentlich-Rechtlichen
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Wolff äußerte sich erneut besorgt zur Freiheit der Berichterstattung in Deutschland. Die Pressefreiheit bleibe immer weiter auf der Strecke, vorliegende Gesetzentwürfe der großen Koalition zur Telekommunikationsüberwachung und Vorratsdatenspeicherung seien inakzeptabel. Wenn Journalisten und Informanten nicht mehr sicher sein könnten, ob Telefongespräche überwacht und E-Mail-Adressen, Telefon- und Faxnummern auf Vorrat gespeichert würden, könne die Presse ihre Funktion nicht mehr wahrnehmen: «Es ist erschreckend, wie gleichgültig die Politik der Pressefreiheit gegenüber steht.»

Nach Angaben des BDZV lesen drei von vier Bundesbürgern täglich Zeitung. Unter den 14-bis 19-Jährigen sinkt die Nutzung des Mediums allerdings dramatisch. Griffen 1993 noch rund 63 Prozent der Jugendlichen zur Zeitung, sind es heute nur noch rund 47 Prozent. Ähnlich ist es bei den 20- bis 29-Jährigen. Bei den 50- bis 59-Jährigen sank die Nutzung im selben Zeitraum von 88 auf 82 Prozent. (epd)

 
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