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Hintergrund: Industriespionage weit verbreitet

03. Jul 2007 09:04
Bei Industriespionage arbeiten private Agenten schon mal mit Geheimdiensten zusammen
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Im Kalten Krieg ging die Angst vor den Russen oder rotchinesischen Industriespionen um. Nach dem Ende des Ostblocks belauschen sich die globalisierten Konzerne untereinander – noch immer im Geheimen.

In Zeiten von Globalisierung und verschärftem Wettbewerb spähen manche Unternehmen systematisch ihre Konkurrenten aus. Dabei beschaffen sie sich technisches Know-how, um eigene Kosten für die Entwicklung zu sparen. Oder sie kopieren Fertigungstechniken, um kostengünstig abgekupferte Güter zu produzieren. Betroffen sind große und kleine Firmen aller Branchen, die Hochtechnologie entwickeln und vertreiben. Allein in Deutschland wird der jährliche Schaden auf mindestens acht Milliarden Euro geschätzt.

Die meisten Fälle von Industriespionage dringen nicht in die Öffentlichkeit. Zu den Ausnahmen gehören Vorwürfe an China, weil es angeblich westliche Technik wie etwa bei der Magnetschwebebahn ausspäht. Eine heftige Auseinandersetzung gab es 2003 zwischen den US-Rüstungskonzernen Lockheed Martin und Boeing. Damals ging es um einen Raketenauftrag der amerikanischen Luftwaffe. Vor Jahrzehnten gab es Gerüchte um das russische Überschall-Flugzeug TU-144, das der französisch-britischen Concorde sehr ähnelte.

Moderne Industriespione belauschen Telefonate, fangen E-Mails ab und dringen in fremde Computersysteme ein - meist ohne Spuren zu hinterlassen. Mitunter werden «Quellen» bei der Konkurrenzfirma eingeschleust oder dort Schnüffler angeworben.

Private Spione und Geheimdienste

Hintergrund:
Große Konzerne unterhalten nicht nur einen Werkschutz, sondern eigene Sicherheitsabteilungen zur Abwehr von Informationsräubern. Im deutschen Mittelstand bestehe jedoch noch großer Handlungsbedarf, befand die Berliner Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft (ASW) jüngst.

Bei Attacken auf Firmengeheimnisse arbeiten private Spione oft im Schulterschluss mit Geheimdiensten. In Deutschland sind dies nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes vor allem Dienste aus Russland, China und einigen «Krisenländern». Auch beim US-Fernmeldesystem Echelon wird die Nutzung zur Wirtschaftsspionage im Interesse heimischer Unternehmen nicht ausgeschlossen. Frankreich hat nach Darstellung eines Sicherheitsberaters der Regierung «begriffen», dass auch die heimischen Unternehmen nach dem Verlust von Marktanteilen so vorgehen müssten. (dpa)

 
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