02. Jul 2007 13:17
Die Solarbranche verzeichnet einen gewaltigen Boom. Um die vielen Aufträge zu bewältigen, weitet Solarworld seine Kapazitäten in Sachsen nochmals aus - Fachkräfte werden dringend gesucht.
Für 600 Millionen Euro sollen bis 2010 die Kapazitäten im sächsischen Freiberg auf ein Gigawatt ausgebaut werden, wie der Bonner Konzern mitteilte. 15 Prozent der Investitionssumme erhalte die Firma aus staatlichen Fördertöpfen. Der Rest werde aus den Rücklagen gezahlt, die Firmenchef Frank Asbeck mit 750 Millionen Euro bezifferte.Erst Ende vergangenen Jahres hatte Solarworld angekündigt, seine Kapazitäten in Freiberg binnen 28 Monaten auf 500 Megawatt zu verdoppeln. Mit dem weiteren Ausbau des Werkes sollen ab 2008 auch 1000 neue Arbeitsplätze zu den bestehenden 600 hinzu kommen.
«Wir suchen händeringend neue Fachleute und bieten jedem Atomingenieur, der nicht mehr gebraucht wird, einen Arbeitsplatz», sagte Asbeck. Er äußerte sich zuversichtlich, dass die Branche den Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromversorgung bis 2020 auf mindestens 40 Prozent steigern wird. Die Bundesregierung hatte 27 Prozent als Ziel gesetzt.
Solarworld teilte zudem mit, weitere Langfristverträge mit Kunden aus der Solarzellen- und Solarmodulindustrie über 500 Millionen Euro abgeschlossen zu haben. Insgesamt summiere sich damit der Auftragsbestand auf fünf Milliarden Euro mit einer Laufzeit bis 2020. 90 Prozent der Bestellungen stammten aus dem Ausland, allein 43 Prozent aus Asien. Auf Kunden aus Deutschland entfielen zehn und aus Nordamerika sieben Prozent.Händler machten die angekündigte Kapazitätsausweitung als Grund für den Höhenflug der Aktien aus. «Zudem hat die Aktie ihr Allzeithoch bei 35,43 Euro überschritten und damit ein technisches Kaufsignal gegeben», fügte ein anderer Börsianer hinzu. Die DZ Bank hob ihre Empfehlung auf «Buy» von «Sell» an und das Kursziel auf 39 von 27 Euro. Erst Ende vergangener Woche war der angekündigte Aktiensplit wirksam geworden, der den binnen eines Jahres verdoppelten Aktienkurs optisch niedriger machen soll. (Reuters)