28. Jun 2007 09:54
Verdi erwartet große Zustimmung zu dem mit dem Management ausgehandelten Kompromiss: Die Gewerkschaftsmitglieder müssen über ein Ende des Streiks wegen der Auslagerung von 50.000 Jobs befinden.
Die Beschäftigten der Deutschen Telekom sind seit Donnerstagmorgen zur Urabstimmung aufgerufen. Bis Freitag können sie über den zwischen der Gewerkschaft Verdi und der Telekom ausgehandelten Tarifkompromiss entscheiden. Bei einer Zustimmung würde dem seit März andauernden Tauziehen um die Auslagerung von rund 50.000 Mitarbeitern der Festnetzsparte T-Com in konzerneigene Gesellschaften ein Ende gesetzt. Damit würde auch der wochenlange Streik enden.Verdi rechnet mit einer deutlichen Zustimmung. Ein Viertel der Stimmberechtigten muss das Einverständnis zu dem erzielen Verhandlungsergebnis geben, sonst ist die Tarifeinigung gescheitert. Aufgerufen sind rund 22.000 Verdi-Mitglieder bei der Telekom.
Nach Abschluss des Kompromisses hatte es wütende Stimmen von Mitarbeitern gegeben. Auf Informationsveranstaltungen versuchte Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder zusammen mit den Tarifexperten, die Wogen zu glätten. Zwar vereinbarten die Parteien, das Gehaltsniveau um 6,5 Prozent zu senken. Allerdings federt die Telekom die Kürzung durch Ausgleichszahlungen ab, so dass die Mitarbeiter bis Ende 2008 nicht auf Geld verzichten müssen.Danach will Schröder einen Ausgleich über Tariferhöhungen schaffen. Allerdings müssen die Mitarbeiter vier Stunden in der Woche mehr arbeiten. Zudem sinken die Einstiegsgehälter um mehr als 30 Prozent. Dafür sind die Mitarbeiter bis Ende 2012 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt. Zudem ist ein Verkauf der neuen Gesellschaften bis Ende 2010 ausgeschlossen. Darüber hinaus werden mehr als 4000 Nachwuchskräfte eingestellt. (Reuters)