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Campen für das iPhone

27. Jun 2007 14:12
Fast wie im Museum: Die Präsentation des ersten iPod
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Nur noch wenige Tage und Apples erstes Handy kommt in den USA auf den Markt. Schon jetzt bekommt das Gerät eine Aufmerksamkeit, die weit über die eingeschworene Apple-Gemeinde hinausgeht.

Der Rummel um das erste Apple-Handy iPhone hat in den USA gigantische Dimensionen angenommen. Bereits vier Tage vor dem offiziellen Marktstart schlugen vor dem Apple- Store an der Fifth Avenue in New York die ersten Fans ihre Zelte auf. Sie wollten unbedingt am kommenden Freitagabend zu den ersten glücklichen Besitzern des iPhone gehören. «Einen solchen Hype um ein neues Handy wie beim iPhone habe ich noch nie erlebt», sagt Markus Eckstein, Handyexperte der Fachzeitschrift «Connect».

Prognosen sehr unterschiedlich

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Apple setzt beim iPhone auf einen großen berühungsempfindlichen Bildschirm und verzichtet auf eine herkömmliche Tastatur. Das Handy wird mit Fingerbewegungen auf dem Display bedient. «Die Technologie lag schon in der Luft. So kam LG kurz nach der Ankündigung des iPhone mit dem Prada-Handy auf den Markt, das über ähnliche Funktionen verfügt», bemerkt Experte Eckstein. Neuartig beim iPhone sind Anwendungen von Partnern wie Google und Yahoo sowie ein integrierter iPod.

Die Prognosen für den Start des iPhone fallen weit auseinander: Andy Hargreaves, Analyst von Pacific Crest Securities, erwartet, dass Apple und At&T in den ersten zwei Tagen 200.000 Stück verkaufen können. «Wenn sie nur 100.000 absetzen, wäre das schlecht.» Benjamin Reitzes von UBS geht von einem Absatz von 150.000 iPhones aus, während Analyst Shaw Wu glaubt, dass nicht mehr als 50.000 Apple- Smartphones am ersten Wochenende den Besitzer wechseln werden.

Risiko besteht

Von den Finanzmärkten gab es unterdessen Vorschusslorbeeren für das iPhone: Der Kurs der Apple-Aktie stieg in den vergangenen Wochen unaufhörlich und trieb den Wert des kalifornischen High-Tech-Konzerns im Mai auf über 100 Milliarden Dollar. Sollten sich die teilweise völlig überzogenen Erwartungen an das iPhone nicht erfüllen, rechnen Experten mit einer Korrektur nach unten.

«Der iPhone-Start könnte für Apple ins Auge gehen, denn die erste Generation eines Smartphones hatte auch bei anderen Herstellern noch ihre Macken», gibt «Connect»- Redakteur Eckstein zu bedenken. «Dann werden alle auf Apple draufhauen, die jetzt noch jubeln.»

In ersten Tests der führenden US-Medien erhielt das iPhone durchweg gute Noten. «Wir kommen zum Urteil, dass das iPhone insgesamt - trotz einiger Makel und fehlender Funktionen - ein schöner Handheld-Computer ist, der einen Durchbruch markiert», schreibt Walt Mossberg vom «Walt Street Journal».

«Das iPhone ist revolutionär»

David Pogue von der «New York Times» kommt zu dem Schluss: «Vieles von dem vorausgehenden Hype und einiges an der Kritik sind gerechtfertigt. Das iPhone ist revolutionär, und es hat Fehler. Es kann Dinge, die noch kein Telefon konnte, und ihm fehlen Dinge, die auch das einfachste Handy hat.» Pogue bemängelt vor allem, dass sich das EDGE-Netzwerk von AT&T als «quälend langsam» erwiesen habe. Außerdem sei das iPhone nicht durch externe Speicherkarten erweiterbar und könne keine Videos abspielen.

Unterdessen spekuliert die Branche, wie AT&T und Apple es überhaupt logistisch schaffen wollen, für mehr als 100 000 Kunden an einem Wochenende die Handys freischalten zu können. Aber auch hier will Apple neue Wege gehen: Die Käufer müssen das iPhone nicht im Laden für eine langwierige Aktivierungsprozedur auspacken, sondern können sich zu Hause über den Online-Store iTunes registrieren.

Kunden in Europa müssen sich ein weiteres halbes Jahr gedulden, um ein iPhone kaufen zu können. Vielleicht profitieren sie dann schon von Verbesserungen an dem Multimedia-Handy. So erwarten Fachleute, dass Apple die europäische Variante des iPhone auch in den schnellen 3G-Mobilfunknetzen (UMTS) funken lässt. Bislang unterstützt das Apple-Handy neben dem Datenfunk Wi-Fi nur den langsameren EDGE- Standard. (von Christoph Dernbach, dpa)

 
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