20.06.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Die Google-Festplattensuche soll künftig leichter auf Vista anzusteuern sein.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Im Streit um Vista zeigt sich Microsoft kompromissbereit: Künftig sollen Vista-Nutzer leichter auch auf das Programm von Google zum Durchsuchen der eigenen Festplatte zugreifen können.
Der US-Softwarekonzern Microsoft gibt dem Drängen von Google nach und wird sein Betriebssystem Vista ändern, damit PC-Nutzer auch Festplatten-Suchprogramme, die nicht von Microsoft sind, einfacher nutzen können. Das teilten das US-Justizministerium und die Generalstaatsanwälte von 17 US-Bundesstaaten am Dienstagabend in Washington mit.
Google bietet ein solches Programm zum Durchsuchen der eigenen Festplatte an und hatte sich beim US-Justizministerium über das neue Vista beschwert. Einem Bericht des «Wall Street Journals» zufolge will Microsoft PC-Nutzern mehr Möglichkeiten geben, Festplatten-Programme von Konkurrenten zu nutzen. So sollten User künftig ihren Rechner so einrichten können, dass der «Such»-Button im Start-Menü beispielsweise auf Googles Festplatten-Suchprogramm verlinkt wird.
Änderungen ins erste Vista-UpdateZudem habe Microsoft zugesagt, anderen Produkt-Entwicklern wie Google mehr technische Informationen zu geben, damit sie die Leistung ihrer Suchfunktions-Programme unter Vista verbessern können. Die Änderungen sollen noch in diesem Jahr in ein Vista-Update eingebaut werden. In der kommenden Woche ist in dem Streit eine Anhörung im zuständigen US-Bezirksgericht anberaumt dann soll die Richterin Colleen Kollar-Kotelly über das Microsoft-Angebot entscheiden.
«Das ist ein positiver Schritt, der Wettbewerbern einen besseren Zugang einräumen wird», kommentierte der Generalstaatsanwalt von Connecticut, Richard Blumenthal, die Einigung. Google solle aber kommende Woche bei dem Gerichtstermin gehört werden, um sicherzustellen, dass der Kompromiss auch das Gewünschte erreicht.
Retourkutsche?Auch Microsoft-Anwalt Brad Smith zeigte sich zufrieden mit der Einigung. Google-Syndikus David Drummond sagte, die gefundene Lösung sei ein Schritt in die richtige Richtung, doch sollten die Maßnahmen noch verbessert werden, um Konsumenten einen besseren Zugang zu alternativen Festplatten-Suchprogrammen zu ermöglichen.
Beobachter sahen in dem Vorgehen Googles gegen Microsoft Vista auch eine Retourkutsche: Zuvor hatte Microsoft die Marktmacht von Google kritisiert. Deshalb so die Forderung von Microsoft müssten die Kartellbehörden den Kauf von Doubleclick durch Google genauestens prüfen. Microsoft war selbst an dem Online-Vermarkter interessiert, kam aber im Bieterstreit nicht zum Zuge.
Das erst vor wenigen Monaten eingeführte Vista ist bereits scharf von Konzernen wie IBM, Nokia, Sun Microsystems und Oracle kritisiert worden. Die Firmen monieren, Microsoft setze bei Vista die schon von der EU verurteilte Wettbewerbsbehinderung fort. Die EU-Kommission wirft dem US-Konzern vor, seine marktbeherrschende Stellung bei Betriebssystemen auszunutzen, um Anbieter anderer Programme zu verdrängen.
Vista ist der Nachfolger des Betriebssystems Windows XP, das auf den meisten Computern weltweit läuft. Microsoft erzielt mehr als die Hälfte seines Umsatzes und fast seinen gesamten Gewinn mit dem Betriebssystem Windows und dem Softwarepaket Office. (nz/Reuters)