15.06.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Das iPhone von Apple lehrt der Konkurrenz das Fürchten
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Apple zeigt der Industrie wie es geht - der Hype um das iPhone kennt keine Grenzen. In den Vereinigten Staaten muss sich vor allem T-Mobile USA vor dem nicht wirklich revolutionären Produkt fürchten.
Apple ist ein Faszinosum: Das Unternehmen zieht einen Hype für ein neues Produkt auf, das noch gar nicht zu haben ist und für das bisher so gut wie keine Werbung betrieben worden ist, wie ihn zumindest die Handy-Branche noch nie gesehen hat.
Eine Umfrage in den USA hat ergeben, dass eine große Mehrheit der Handy-Nutzer bereit ist, auch den Mobilfunk-Betreiber zu wechseln - nur um das iPhone kaufen zu können. Apple hat in den Vereinigten Staaten eine exklusive Vereinbarung mit AT&T geschlossen nur Kunden dieses Anbieters können das erste Mobiltelefon von Apple für 499 oder 599 Dollar - je nach Ausstattung - vom 29. Juni an erwerben. Ein Starttermin für Europa steht noch nicht endgültig fest. Zudem ist noch nicht klar, ob es auch in europäischen Ländern eine exklusive Lizenz mit einem einzelnen Mobilfunk-Betreiber geben wird.
iPhone-Knappheit vorprogrammiertZwei Drittel der insgesamt 11.000 an der Umfrage beteiligten US-Bürger können sich vorstellen, nur aufgrund des iPhones den Anbieter zu wechseln, berichtete das «Wall Street Journal» am Freitag. In den USA sind insgesamt 19 Millionen oder knapp neun Prozent aller Handy-Nutzer an Apples ersten Mobilfunk-Gerät interessiert.
Die Planungen des Computerkonzerns sehen vor, dass bis Ende kommenden Jahres zehn Millionen iPhone verkauft werden. Lange Lieferzeiten sind damit vorprogrammiert. Das dürfte den Run auf das Produkt aber eher noch erhöhen.
Auch T-Mobile USA könnten Kunden weglaufenDie Konkurrenz ist nervös: Am Donnerstag ging in Europa ein neue Downloadplattform für Handys an den Start. Das vom schwedischen Unternehmen Omnitel betriebene Portal mit dem Namen Musicstation wird von vier großen Handy-Herstellern, Nokia, Samsung, SonyEricssson und Motorola unterstützt. Damit soll dem iPhone, dessen Nutzer über das Apple-Portal iTunes Musik herunterladen können, Paroli geboten werden.
Am meisten Sorgen muss sich die schon jetzt in einer tiefen Krise steckenden Deutsche Telekom machen: Insgesamt 12,5 Prozent der Kunden von T-Mobile USA haben starkes Interesse am iPhone. Die anderen Anbieter in den USA folgen mit relativ großem Abstand. T-Mobile USA hat einen hohen Anteil an sehr jungen Kunden und ist deshalb besonders anfällig für den Hype um das iPhone. Ausgerechnet die frühere Voicestream gilt als eine der wenigen Telekom-Sparten mit glänzenden Aussichten.
Planungen verschobenEine andere Umfrage ergab außerdem, dass viele US-Handy-Nutzer mit dem Kauf eines neuen Geräts bis zum Start des iPhone gewartet haben. Gleiches gilt für den Erwerb eines neuen MP3-Players. Das iPhone ausgestattet mit einem großen Touchscreen - soll Handy und MP3-Player miteinander kombinieren. Diese Funktionalität bieten zwar schon viele andere so genannte Smartphones Apple kann sich aber bei seinem Handy auf den Erfolg des iPods stützen. Auch hier gibt es viele Konkurrenzprodukte keines kommt aber an die Verkaufszahlen des iPod heran.
Damit scheinen sich die hohen Zugeständnisse von AT&T auszuzahlen. Der Konzern verzichtete in den Verhandlungen mit Apple auf vieles, was sonst in der Branche üblich ist. So wird zum Beispiel auf keinem Gerät der Firmenname AT&T auftauchen. «Das iPhone ändert die Spielregeln in der Branche», sagte ein Sprecher des Konzerns. Die Aufmerksamkeit für ein neues Produkt sei noch nie so hoch gewesen.
Die Konkurrenz versucht sich in Gelassenheit: Von der Innovation würden alle Anbieter der Branche profitieren, sagte Cole Brodman, der bei T-Mobile USA für die Entwicklung zuständiger Manager. (nz)