netzeitung.deAlle gegen das iPhone

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Alle haben Angst davor: das iPhone von Apple (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Alle haben Angst davor: das iPhone von Apple
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Noch ist es noch gar nicht auf dem Markt, aber die Konkurrenz positioniert sich schon mal vorsorglich gegen das iPhone. Eine neue Musikplattform für Handys soll den notwendigen Vorsprung sichern.

Die Angst vor dem iPhone von Apple ist bei den Handyherstellern offenbar groß: Vier große Anbieter haben sich zusammengetan, um der vermeintlich drohenden Übermacht von Apples erstem Handy zu begegnen. Nokia, SonyEricsson, Motorola und Samsung unterstützen gemeinschaftlich einen eigenen Download-Service für mobile Musik. «Wir wollten unbedingt als erster die Ziellinie überqueren», sagte Rob Lewis, Chef von Omnifone, dem Unternehmen hinter dem Dienst mit Namen Musicstation, am Donnerstag in London.

Der Dienst soll für fast alle Handys in Europa und Asien nutzbar sein und günstig angeboten werden: Für 2,99 Euro in der Woche bekommt der Nutzer einem Bericht der «Financial Times» zufolge unbegrenzten Zugang auf insgesamt eine Millionen Lieder.

iPhone-Start in Europa noch unbekannt
Die heruntergeladenen Stücke sollen aber nur auf dem Handy nutzbar sein - das Brennen auf CD soll technisch verhindert werden. Lizenzvereinbarungen wurden den Angaben nach mit Universal Music, SonyBMG, EMI und Warner Music geschlossen.

Apple will das iPhone Anfang Juli in den USA auf den Markt bringen. Im Rahmen einer exklusiven Übereinkunft kommen aber vorerst nur Kunden von AT&T in den Genuss des Mobiltelefons, das unter anderem mit einem Touchscreen ausgestattet ist. Ein Zeitpunkt für die Europa-Premiere steht noch nicht fest.

Apple–Chef Steve Jobs hatte das Gerät, über das schon seit Jahren spekuliert wurde, auf der diesjährigen Apple-Messe Macworld vorgestellt. Das iPhone soll mit der Apple-Downloadplattform iTunes kompatibel sein und an den großen Erfolg des MP3-Players iPod anknüpfen.

Vorsprung vor Apple sichern
Der Konkurrenzdienst Musicstation soll den vier Handy-Herstellern zumindest in Europa und Asien einen Vorsprung vor Apple sichern. In Schweden wird das Angebot zuerst an den Start gehen, die meisten anderen europäischen Länder sollen in den Monaten darauf folgen.

Die Handy-Hersteller planen, Geräte anzubieten, auf denen die notwendige Software zur Nutzung des Dienstes vorinstalliert ist. Die Unternehmen betonen laut «FT», dass die Handys im «mittleren Preissegment» angeboten werden sollen. Apple will sein iPhone bei AT&T für 499 Dollar verkaufen - was von vielen Experten als zu hoch angesehen wird.

Microsoft macht's vor
Die Hersteller-Allianz hat sich zudem ehrgeizige Ziele gesetzt: In den kommenden zwölf Monaten sollen insgesamt 100 Millionen Handys mit der vorinstallierten Software verkauft werden. Apple plant dagegen im gleichen Zeitraum nur mit zehn Millionen Verkäufen.

Bereits Anfang Juni hatte Microsoft seine Strategie gegen das iPhone vorgestellt: Zusammen mit dem taiwanesischen Hersteller HTC wird ein Handy in Europa unter dem Namen Touch auf den Markt kommen. Es arbeitet nach Herstellerangaben mit Microsofts Betriebssystem Windows Mobile 6 und ähnelt dem im Januar von Apple vorgestellten iPhone in vielen Punkten sehr. (nz)