«Plan B» für Yahoo
12.06.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Jacksons Kritik wird von Experten in einigen Punkten jedoch geteilt wenn sie auch nicht gleich den sofortigen Rauswurf von Vorstands-Chef Terry Semel fordern. Alle Welt spricht über Google, Microsoft oder über Apple. Aber was macht eigentlich Yahoo?
Die Aktien des Unternehmens haben sich in einem ansonsten sehr positiven Marktumfeld schwach entwickelt. Im Juni 2006 standen die Papiere knapp über 27 Dollar - von dieser Marke haben sie sich in den vergangenen zwölf Monaten kaum entfernt.
Vorstandschef Semel hat das Unternehmen im Dezember in drei Säulen umstrukturiert viel geholfen hat es bisher nicht: Zweien davon fehlt ein Leiter. Technologie-Chef Farzad Nazem, seit elf Jahren treuer Yahoo-Manager, verließ das Unternehmen im vergangenen Monat. Er soll - wie viele andere seiner Kollegen - im Unfrieden gegangen sein. Seit Dezember haben nach einem Bericht der «New York Times» (NYT) 17 Führungskräfte den Konzern verlassen: Das Internet boomt, und die Angebot andere Unternehmen sind lukrativer.
Ehemalige Manager geben an, dass Yahoo ein Motivations-Problem habe. «Es gibt eine Menge frustrierter Mitarbeiter», zitiert die «NYT» einen von ihnen. «Wenn das richtige Angebot kommt, werden auch sie gehen.»
Seinen Höhepunkt erreichte die Kritik an der internen Organisation und an Terry Semel im November vergangenen Jahres: Ein internes Memo des Yahoo-Managers Brad Garlinghouse gelangte an die Öffentlichkeit. Darin kritisierte er, dass sich Yahoo zu dünn aufgestellt habe - wie Erdnussbutter auf einem Brot: Das Unternehmen sei zu bürokratisch und brauche ein umfassenden Umbau, monierte Garlinghouse und schaffte es damit auf Seite 1 des «Wall Street Journal».
Und zu den massiven internen Problemen kommt noch die gönnerhafte Vergütung für Semel. Offiziell hat er im vergangenen Jahr 39,8 Millionen Dollar erhalten. Berechnungen von Außenstehenden haben jedoch ergeben, dass das wahre Gehalt von Semel bei 107 Millionen Dollar liegt. Hintergrund sind andere Berechnungsmethoden bei Aktien-Optionen.
Yahoo-Kritiker Eric Jackson wird wohl auch das auf dem Aktionärstreffen ansprechen. Dann wird sich auch zeigen, wie viele Mitstreiter er gefunden hat. In Anlehnung an ein Werbe-Plakat der amerikanischen Armee während des Ersten Weltkrieges («We want You») wirbt er ebenfalls auf Youtube - bis zur letzten Minute um Mitstreiter. (nz)

