netzeitung.deVerdi und Telekom loten Einigungschancen aus

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Telekom-Beschäftigte streiken schon seit mehr als vier Wochen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Telekom-Beschäftigte streiken schon seit mehr als vier Wochen
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Die Gespräche zwischen Verdi und Telekom über die Auslagerung tausender Mitarbeiter gehen im Hintergrund weiter. Ob daraus wieder richtige Verhandlungen werden, soll sich kommende Woche entscheiden.

Im Konflikt um die Auslagerung von 50.000 Telekom-Beschäftigten will sich die Gewerkschaft Verdi bis Mitte nächster Woche zu dem neuen Vorschlag des Konzerns äußern. Es bestehe noch Erläuterungsbedarf, um sich eine Meinung darüber zu bilden, ob das Konzept eine Basis für neue Verhandlungen sein könne, sagte ein Verdi-Sprecher am Freitag.

Als Gegenleistung für Lohnkürzungen und längere Arbeitszeiten hatte die Deutsche Telekom am Mittwoch Erfolgsbeteiligungen und Qualifizierungsmaßnahmen beziehungsweise neue Karrierechancen für die von der Ausgliederung betroffenen Service-Mitarbeiter vorgeschlagen. Personalvorstand Thomas Sattelberger gab sich optimistisch, die Gewerkschaft nach mittlerweile vier Streikwochen wieder an den Verhandlungstisch bewegen zu können. Alle Bausteine seien verhandelbar, auch das Ausmaß der Lohnkürzungen. Regelmäßige Kontakte zwischen den Parteien bestehen, auch wenn keine formalen Verhandlungen geführt werden.

Streiks gehen in die fünfte Woche
Nach Angaben von Verdi legten am Freitag rund 14.000 Telekom-Beschäftigte die Arbeit nieder. Damit ging der Streik nunmehr in die fünfte Woche. «Der Streik wird sowohl am Wochenende als auch in der kommenden Woche fortgesetzt», kündigte Streikleiter Ado Wilhelm an. Der Arbeitskampf habe erhebliche Auswirkungen. «Vom jetzigen Zeitpunkt gerechnet würden alle Beteiligten etwa zwölf Wochen benötigen, um die Rückstände aufzuarbeiten», sagte Wilhelm.

Der bisherige Plan der Telekom sah eine schrittweise Senkung der Löhne um neun Prozent sowie eine Erhöhung der Arbeitszeit auf 34 von 38 Stunden vor. Dafür wollte der Konzern unter anderem auf betriebsbedingte Kündigungen in den neuen Gesellschaften bis Ende 2011 verzichten.

Verdi will sich Gesprächen nicht verweigern
Sattelberger hatte angekündigt, ohne eine Einigung mit Verdi würden die Mitarbeiter nicht in neue konzerneigene, sondern in bereits bestehende Gesellschaften transferiert. Bis Ende nächster Woche würden ihnen dann die dort gültigen Tarifverträge angeboten, deren Konditionen teils schlechter seien als die zuletzt von der Telekom angebotenen und von Verdi ausgeschlagenen.

Allerdings hatte Sattelberger signalisiert, dass es eine gewisse zeitliche Elastizität gebe, wenn Verdi das Angebot als Chance sehe, sich wieder zusammenzusetzen. Das sieht offenbar auch die Gewerkschaft so. Sollte sich die Tür für eine Einigung öffnen, dann würden auch Mittel und Wege gefunden, eine solche herbeizuführen, sagte der Gewerkschaftssprecher. (Reuters)