netzeitung.deTelekom lockt Streikende mit Karrierechancen

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Viel Neues hat das Telekom-Management der streikenden Belegschaft nicht zu bieten. Dennoch hofft der neue Personalchef Sattelberger, schon kommende Woche wieder mit Verdi verhandeln zu können.

Mit neuen Qualifizierungsangeboten und Aufstiegschancen hofft das Management der Deutschen Telekom, die streikenden Mitarbeiter zum Einlenken und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi zu neuen Verhandlungen überreden zu können. Außer einem höheren variablen Lohn-Anteil und einer Gewinnbeteiligung bot der neue Personalvorstand Thomas Sattelberger am Mittwoch in Bonn auch einen «Investitionspakt für Servicekultur» an. In seinem Rahmen könnten sich Mitarbeiter nicht nur fortbilden. Ihnen eröffneten sich auch neue Karrierechancen, warb der Manager.

Wegen der Auslagerung von 50.000 Arbeitsplätzen in neue Servicegesellschaften befinden sich Mitarbeiter aus den T-Callcentern, dem Technischen Kundendienst sowie der Infrastruktur seit fast vier Wochen im Ausstand. So wollen sie verhindern, künftig für weniger Geld mehr arbeiten zu müssen. Die Verhandlungen mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi waren ins Stocken geraten. Die Konzernführung hatte daraufhin damit gedroht, Teile der neuen Servicegesellschaft an Investoren zu veräußern – oder sie gleich ganz abzugeben.

Wirtschaftlichkeit und Kundenzufriedenheit
Personalchef Sattelberger hofft, dass sich Verdi durch seinen neuen Vorstoß von neuen Gesprächen schon Anfang kommender Woche überzeugen lässt. Dann würden die Verhandlungen fortgesetzt, noch bevor den Betroffenen Änderungskündigungen zugehen, in denen ihre neuen Arbeitsbedingungen detailliert aufgelistet werden. Die informellen Gespräche mit der Gewerkschaft seien «partnerschaftlich» verlaufen, gab sich Sattelberger am Mittwoch zuversichtlich.

«Wir haben ein Angebot in der Pipeline, das weitgehende Abfederungsmechanismen hat», meinte der Manager. Als Ausgleich für das geringere Einkommen und die längeren Arbeitszeiten biete er an, den Anteil der variablen Einkommensbestandteile von sieben auf 20 Prozent zu erhöhen. Konkret solle er sich nach der Wirtschaftlichkeit der Mitarbeiter und der Kundenzufriedenheit richten. Auch eine Gewinnbeteiligung hatte das Management schon zuvor vorgeschlagen – war aber auf Widerstand der Gewerkschaft gestoßen.

2000 Euro Bonus in vier Jahren?
Sattelberger lockte zudem mit einem Sonderbonus im Jahre 2011, der sich auf rund 2000 Euro summieren könnte. Auch sprach er von einer «servicefreundlichen Arbeitsumgebung». Die Angebote des Konzerns gingen über das hinaus, was die Gewerkschaften der Metallbranche oder der Chemieindustrie mit den Arbeitgebern vereinbart hätten, versicherte er. (nz)