04.06.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Ex-Angestellte wollen Steve Jobs' Erfolg mit dem iPhone verhindern
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Ihr Wissen wollen sie von Apple mit zum Smartphone-Hersteller Palm nehmen. Die Gesellschaft des früheren Apple-Finanzchefs Anderson erwirbt ein Viertel an Palm - späte Rache an Steve Jobs?
Die US-Investmentfirma Elevation Partners erwirbt einen 25-Prozent-Anteil des Taschencomputerherstellers Palm. Für 325 Millionen Dollar erhalte die Investmenstfirma neue wandelbare Palm-Vorzugsaktien und werde zudem Management-Know-how bei Palm einbringen, teilte Palm am Montag in Sunnyvale im Bundesstaat Kalifornien mit. Die Palm-Aktionäre erhielten ihrerseits eine Barzahlung von neun Dollar je Aktie oder insgesamt rund 940 Millionen Dollar.
Gleichzeitig mit der Transaktion wird Jon Rubinstein, ein ehemaliger Apple-Vizepräsident und Leiter der iPod-Sparte, Verwaltungsratsvorsitzender bei Palm. Er wird die Palm-Produktentwicklung führen.
Treo vs. iPhoneFred Anderson, der frühere Finanzvorstand von Apple, sowie Roger McNamee, die gemeinsamen Gründer und Chefs der Silicon-Valley-Investmentfirma Elevation, werden Mitglieder des Palm-Aussichtsgremiums. Es sei das mit Abstand größte Elevation-Investment, sagte McNamee.
Er wolle Palm helfen, neue innovative Produkte zu entwickeln, die den Markt für Mobilgeräte verwandeln, erklärte Rubinstein. Es würden jährlich rund eine Milliarde Handys verkauft. Mobile Rechner seien eine Kategorie mit enormem Potenzial. Er verwies darauf, dass Palm das Smartphone entwickelt habe. Zu den Palm-Produkten gehören die Treo-Smartphones und handgroße Rechner sowie andere mobile elektronische Geräte.
Das Unternehmen erhält jedoch auch immer härtere Konkurrenz von Nokia und anderen Handy-Herstellern sowie vom Rivalen Research In Motion (RIM) mit seinen Blackberry- und Smartphone-Produkten.
Was wusste Steve Jobs?Die Ankündigung der früheren Apple-Manager scheint genau getimet: Am Sonntag hatte Apple erste Werbespots im TV ausgestrahlt und darin den Marktstart seines eigenen Multimedia-Handys iPhone für Kunden des US-Mobilfunkanbieters AT&T für den 29. Juni angekündigt. Neben dem geschäftlichen Wettbewerb dürfte insbesondere Ex-Finanzchef Anderson noch eine Rechnung mit Apple-Gründer und Chef Steve Jobs offen haben: In der Affäre um umdatierte Aktienoptionen hatte Anderson die von ihm selbst erzielten Gewinne von 3,5 Millionen Dollar plus ein Bußgeld von 150.000 Dollar an die Börsenaufsicht SEC abgeführt.
Zugleich hatte Anderson seinen früheren Chef Jobs öffentlich beschuldigt, bereits frühzeitig über Bilanzierungsprobleme wegen der Optionen informiert gewesen zu sein. In der Affäre laufen bereits Ermittlungen gegen rund 140 Firmen, viele davon aus dem Silicon Valley. Durch die Rückdatierung der Aktienoptionen hatten die Begünstigten aus den Bonuszahlungen höhere Gewinne schlagen können. (dpa/nz)