netzeitung.deUntreue-Verdacht in Siemens-Affäre wächst

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Wo sind die restlichen Millionen geblieben? (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Wo sind die restlichen Millionen geblieben?
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Ex-Betriebsrat Schelsky soll nur einen Teil der Siemens-Millionen für den Aufbau seiner Organisation AUB verwendet haben. Damit verstärkt sich gegen ihn der Verdacht der Untreue.

In der Siemens-Korruptionsaffäre soll der frühere Betriebsrat Wilhelm Schelsky nur einen Teil der Millionenzahlungen des Konzerns für den Aufbau seiner arbeitgeberfreundlichen Organisation verwendet haben.

Wie «Wirtschaftswoche» und «Focus» berichteten, habe Schelsky zwischen 1,5 Millionen und drei Millionen Euro jährlich für den Aufbau der Arbeitsgemeinschaft unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB) verwendet. Die Zahlungen von Siemens waren jedoch wesentlich höher.

Dies könnte laut «Wirtschaftswoche» den Vorwurf der Untreue gegen Schelsky stützen. Schelsky sollte mit dem Siemens-Geld eine Gegengewerkschaft zur IG Metall aufbauen. Die Staatsanwaltschaft ermittle gegen Siemens- Manager und gegen Schelsky jedoch wegen 30 bis 35 Millionen Euro, die Schelsky seit 2001 ohne adäquate Gegenleistungen von dem Münchner Konzern bekommen haben soll, meldete die «Wirtschaftswoche».

Mehrere Millionen sollen aber in der AUB-Kasse nie aufgetaucht sein. Schelsky soll unter anderem Gehälter von etwa zehn AUB-Mitarbeitern bezahlt, Veranstaltungs- und Druckkosten sowie Honorare von Referenten auf AUB-Seminaren übernommen haben.

«Politisch und moralisch verwerflich»
Im «Focus» kritisierte die derzeitige AUB-Geschäftsführerin Ingrid Brand-Hückstädt Schelskys Vorgehen: «Es ist politisch und moralisch verwerflich, dass ein Arbeitgeber seiner Arbeitnehmervertreter finanziert.» Sie habe von den Siemens-Millionen nichts gewusst und fühle sich persönlich missbraucht.

Schelsky habe den früheren Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer bei seiner Vernehmung entlastet. Er habe keinerlei Erkenntnisse, dass von Pierer von den Zahlungen gewusst habe, gab Schelsky dem Bericht zufolge vor den Ermittlern an. (dpa)