29.05.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Mit der Doubleclick-Übernahme soll Googles Werbung bunter werden
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die US-Behörden stehen unmittelbar vor einer tiefer gehenden Untersuchung der Doubleclick-Übernahme durch Google. Statt um Datenschutz dürfte es dabei vor allem um die Abgrenzung von Märkten gehen.
Datenschützer aus den USA haben sich erfreut darüber gezeigt, dass die US-Kartellbehörde FTC eine weitergehende Prüfung der Übernahme des Online-Vermarkters Doubleclick durch den Suchmaschinenbetreiber Google in Angriff nehmen will. Nachdem sich die Behörden geeinigt hätten, dass die FTC statt des Washingtoner Justizministeriums die Untersuchung führen wird, sei der nächste Schritt, dass Google innerhalb der kommenden Tage angeforderte relevante Unterlagen einreicht, berichtete die «New York Times». Die FTC selbst wollte sich der Zeitung gegenüber nicht zu laufenden Ermittlungen äußern ein ungenannten Beamter sagte der «NYT» aber, dass die zweite Phase der Prüfung begonnen habe.
Konkurrenz und Datenschützer warnenGoogle hatte Mitte April angekündigt, Doubleclick für gut drei Milliarden Dollar übernehmen zu wollen sollten die Aufsichtsbehörden keine Einwände erheben. FTC und Justizministerium hatten allerdings zunächst darum gestritten, welche der beiden Behörden die Prüfung durchführt. Zuständig sind beide, nur eine arbeitet aber tatsächlich an einem Fall. Nach Ankündigung des Geschäfts hatten Konkurrenten wie Mircrosoft, AT&T, aber auch die AOL-Mutter Gesellschaft Time Warner vor der Marktmacht gewarnt, die Google damit im Wachstumsgeschäft Internetwerbung erhalten werde: Während die Suchmaschine derzeit vor allem mit textbasierten Anzeigen arbeitet, ist Doubleclick wichtigster Vermarkter für Reklame, die mit Grafiken und Videos arbeitet.
Aber auch US-Datenschutzaktivisten hatten massive Bedenken gegen die Übernahme geltend gemacht: Würden die Daten, die Google und Doubleclick erheben, zusammengeführt, nahe der Gläserne Nutzer, fürchten sie. Google versuchte, die Befürchtungen zu zerstreuen und versicherte, die Daten der möglichen neuen Tochter würden nicht für die neue Muttergesellschaft verfügbar sein. Zugleich zeigte sich das Unternehmen überzeugt, dass die Kartellrechtsprüfung keine Einwände gegen das Geschäft ergeben werde.
Wie grenzt man Märkte ab?In der «NYT» zeigte sich ein US-Datenschützer erfreut darüber, dass die FTC und nicht das Washingtoner Ministerium die Federführung bei der Untersuchung innehaben wird. Denn zu den Aufgaben der Behörde gehöre auch der Datenschutz, sagte Marc Rotenberg vom Electronic Privacy Information Center. Die Organisation hatte nach der Ankündigung der Übernahme selbst Beschwerde eingelegt. Allerdings stehen Datenschutz-Fragen nicht im Zentrum der FTC-Arbeit und Prüfungen, wie ein US-Juraprofessor der Zeitung einschränkend sagte.
Wichtiger wird es deshalb sein, wie die Behörde die Märkte für Online-Werbung fasst ob sie also Geschäfte mit text- und grafikbasierter Werbung gleichsetzt. Dann könnte nach Einschätzung von Konkurrenten eine überwältigende Marktmacht herauskommen, während Google bei einer Trennung der beiden Märkte im Zuge der Kartellprüfung keine Schwierigkeiten bekommen dürfte.
Konkurrenten haben vorgebautWie immer die Ermittlungen enden: Die Konkurrenz hat bereits vorgebaut. Yahoo hatte sich zuletzt für 680 Millionen Dollar die 80 Prozent des Online-Vermarkters Right Media gekauft, die dem Suchmaschinenbetreiber noch nicht gehörten. Und Microsoft ebenfalls mit einer Suchmaschine im Netz vertreten hatte etwa sechs Milliarden Dollar für Aquantive geboten ein Internet-Werber, dessen Tochter Atlas in direkter Konkurrenz zu Doubleclick steht. (nz)