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Microsoft setzt Geld gegen Googles Marktmacht

21. Mai 2007 11:37
Vista reicht für künftiges Wachstum bei Microsoft nicht
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Microsoft und Google befinden sich in einem kriegsähnlichen Zustand. Fast wöchentlich werden neue Allianzen präsentiert, um Vorherrschaft im wohl gewinnträchtigsten Markt der Zukunft zu erreichen.

Der eine hat Geld wie Heu, der andere ist schon jetzt sehr gut positioniert. Die beiden amerikanischen Konzerne Microsoft und Google liefern sich eine heftige Schlacht um die Vorherrschaft im hart umkämpften Internet-Werbemarkt.

Google jüngster Coup ist eine geplante Allianz mit Salesforce.com - einem Pionier für Unternehmens-Dienstleistungen im Netz. Die Details werden nach einem Bericht des «Wall Street Journal» noch diskutiert – das Ziel ist aber jetzt schon klar: Google und Salesforce wollen ihre Position gegenüber Microsoft stärken.

Es werden wieder Mondpreise gezahlt

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Geplant ist ein internet-basierter Dienst, der schon existierende Produkte von Google und Salesforce verbindet. Beide Unternehmen stehen in direkten Konkurrenz zum weltweitgrößten Softwarekonzern: Google bietet seit längerem Programme zur Textverarbeitung und Tabellenkalkulation kostenlos im Netz an, Salesforce offeriert demgegenüber Management-Programme zur Verwaltung von Kundendatenbanken.

Wie hart umkämpft der Markt im Internet ist, zeigen die Preise, die Microsoft und Google zu zahlen bereit sind, um gegenüber dem anderen nicht ins Hintertreffen zu geraten. Google hat Microsoft vor wenigen Wochen im Kampf um Doubleclick – einem der wichtigsten Online-Vermarkter weltweit – ausgestochen. Gut drei Milliarden Dollar hat Google dafür ausgeben müssen, was viele als völlig überteuert kritisierten.

Dass Microsoft dem Vernehmen nach nicht bereit gewesen sein soll, mehr zu zahlen, scheint angesichts der jüngsten Entwicklung eher unwahrscheinlich. Wurde doch am Wochenende bekannt, dass der Software-Konzern rund sechs Milliarden Dollar für den Werbevermarkter Aquantive auf den Tisch gelegt hat. Ein Unternehmen, das gerade einmal 55 Millionen Dollar Gewinn im Jahr macht. Dagegen wirken viele Übernahmen selbst zu Zeiten der New Economy wie Peanuts.

Microsoft macht Geld locker

Hintergrund:
Gezahlt werden kann der teuerstes Bareinkauf in Microsofts Firmengeschichte aus der Portokasse. Der Konzern sitzt auf Liquiditätsreserven in hohem zweistelligen Milliardenbereich. In den kommenden Jahren werden die Weichen gestellt, wer im Internet-Werbemarkt künftig die Vormachtstellung hat - da schaut das Management in Redmond nicht aufs Kleingeld.

Zurzeit wird mit Werbung im Netz 29 Milliarden Dollar umgesetzt – jedes Jahr wächst der Markt im hohen zweistelligen Bereich. Nirgends sonst herrscht so viel Goldgräberstimmung. Endlich kann im Netz auch Geld verdient werden - und zwar nicht zu knapp, wie Google jedes Quartal aus Neue beweist.

Vista löst nicht alle Probleme

Hat noch viel Arbeit: Microsoft-Chef Steve Ballmer
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Der ursprünglich allein mit einer Suchmaschine gestartete Konzern macht immerhin 90 Prozent des Umsatzes mit Werbung im Netz – umso wichtiger ist es, der Konkurrenz den Weg in das eigene Geschäft möglichst lange zu verbauen. Microsoft wetterte unlängst, Google kontrolliere mittlerweile 80 Prozent des Werbemarktes und forderte die Kartellbehörden zum Einschreiten auf. Dabei ist der Konzern aufgrund seiner Marktmacht mit dem Betriebssytem Windows selbst im Visier der Wettbewerbshüter.

Microsoft sucht schon seit langem nach neuen Wachstumsfeldern. Zwar wird der größte Teil des Umsatzes immer noch mit dem Windows, den dazugehörigen Office-Produkten und im Server-Bereich erzielt, aber im Netz ist Microsoft nur schwach vertreten. Dabei ist der Markt für PCs ausgereift - viele Nutzer sehen keinen Sinn darin, alle paar Jahre auf ein komplett neues Betriebssystem umzustellen. (nz)

 
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