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US-Konzerne finanzierten Todesschwadronen

18. Mai 2007 10:05
Chiquita-Bananen
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Um Schwierigkeiten mit Kolumbiens Miliz zu vermeiden, zahlten US-Konzerne «Kriegssteuern». Für Staatsanwaltschaft und Menschenrechtler sind die Firmen mitverantwortlich für Hunderte Morde.

US-Bananenkonzerne wie Chiquita, Dole und Del Monte haben nach Angaben eines kolumbianischen Kriegsherrn jahrelang rechtsgerichtete Todesschwadronen finanziell unterstützt. Ein Anwalt der Opfer paramilitärischer Gewalt, Jesus Vargas, teilte unter Berufung auf den Kriegsherrn Salvatore Mancuso am Donnerstag in Bogota mit, die Konzerne hätten einen US-Cent für jede Bananenkiste gezahlt, die sie exportiert hätten.

Zuvor hatte Vargas den inhaftierten Mancuso vernommen. Dessen Anwalt, Hernando Benavides, bestätigte die Angaben. Mancuso wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen. Neben Bananen-Konzernen sollen auch andere Unternehmen wie die Getränkehersteller Postebon und Bavaria «Steuern» an die illegalen Militärs gezahlt haben.

Für den Kampf gegen Gewerkschaften

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Warum die Firmen paramilitärische Organisationen unterstützten und quasi «Kriegssteuern» zahlten, blieb indes unklar. Mancuso blieb eine Erklärung schuldig. Es ist aber kein Geheimnis, dass die Todesschwadronen ihren Kampf gegen linksgerichtete Guerilla-Organisationen auch durch Firmenerpressung finanzieren. Laut Menschenrechts- Organisationen dienten die Gelder auch dazu, Gewerkschaften zu zerschlagen. So seien Hunderte von Aktivisten für Arbeitnehmerrechte getötet worden.

Ein Sprecher des Dole-Konzerns wies die Vorwürfe zurück. Chiquita unterdessen räumte ein, den Milizen über Jahre insgesamt 1,7 Millionen Dollar gezahlt zu haben. Laut einem im März geschlossenen Abkommen mit dem US-Justizministerium sei dafür indes eine Strafzahlung über 25 Millionen Dollar vereinbart worden.

Chiquita will keine Mörder finanziert haben

Allerdings widersprach Chiquita der Vermutung, das Unternehmen habe mit dem Geld die Bekämpfung von Gewerkschaften finanzieren wollen. Vielmehr seien die Gelder für die Sicherheit der Arbeiter in Kolumbien geflossen. Die kolumbianische Staatsanwaltschaft erklärte demgegenüber, Firmen, die an Todesschwadrone gezahlt hätten, seien auch für deren Morde verantwortlich. (nz)

 
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