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Raubkopien werden in Deutschland beliebter

15. Mai 2007 14:13
Auch Raubkopierer lieben Ordnung
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Allen Strafandrohungen zum trotz: Der Anteil der illegal genutzten Software wächst hierzulande. Softwarepiraten in China richten dagegen weitaus weniger Schaden an als allgemein unterstellt.

Unverändert gut ein Drittel der Software wird einer Studie zufolge weltweit illegal genutzt. Der Anteil von Raubkopien stagniere im dritten Jahr in Folge bei 35 Prozent, teilte der Branchenverband BSA (Business Software Alliance) am Montag mit. Der errechnete Umsatzausfall für die Softwarehersteller sei mit dem Wachstum des Marktes aber von 34,5 Milliarden Dollar 2004 auf 39,6 Milliarden hochgeschnellt. Deutschland gehört mit einem Wachst um des Raubkopien-Anteils von 27 auf 28 Prozent zu den drei Ländern in Europa mit einem Anstieg der Piraterie. Europaweit sei der Anteil mit 36 Prozent stabil gewesen, hieß es.

Piraterie in den USA schlimmer als in China

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Die höchste Pirateriequote fand die BSA mit dem an der Erhebung beteiligten Marktforschungsunternehmen IDC mit 95 Prozent in Armenien, gefolgt von Aserbaidschan und Moldawien (94 Prozent) sowie Simbabwe (91 Prozent und Vietnam (88 Prozent). Mit Abstand am niedrigsten war der Raubkopien-Anteil mit 21 und 22 Prozent in den USA und Neuseeland, gefolgt von Japan und Dänemark mit jeweils 25 Prozent.

Allerdings belief sich der berechnete Umsatzausfall der Softwarebranche in den USA auf 7,3 Milliarden Dollar, womit die Vereinigten Staaten auch China (5,4 Milliarden Dollar Umsatzausfall) deutlich überholte. Vor Nordamerika und Westeuropa rangiert mit 11,6 Milliarden Dollar Umsatzausfall die Region Asien/Ozeanien.

Im Verhältnis 1:2?

Die Marktforscher von IDC schätzen, dass in den kommenden vier Jahren der Anteil illegal kopierter Software gegenüber rechtmäßig erworbenen Programmen in einem Verhältnis von 180 Milliarden Dollar zu 350 Milliarden Dollar liegen wird. Mit ihrer jüngsten «Pirateriestudie» untersuchte die BSA zum 14. Mal die globale Entwicklung in insgesamt 102 Ländern. Dafür ermitteln die Marktforscher die Zahl der in einem Land verkauften Computer und den jeweiligen durchschnittlichen Softwarebedarf. Der für die Branche entstehende Schaden ergibt sich nach dieser Rechnung aus der Differenz zu der dort legal verkauften Software. Zu den Mitgliedern der BSA gehören große Softwarehäuser wie Apple, Microsoft, Symantec und Adobe.

Chinesen loben sich selbst

Zur Software-Piraterie in China gab es am Dienstag auch Zahlen aus dem Land selbst. Das chinesische Internet-Forschungsinstitut Chinalabs berichtete laut amtlicher Nachrichtenagentur Xinhua, der Umsatz kopierter Programme habe im vergangenen Jahr etwa 115 Milliarden Yuan (rund elf Milliarden Euro) betragen. Der Anteil der Raubkopien am Gesamtmarkt von 480 Milliarden Yuan sei dabei im Vergleich zu 2005 um zwei Prozentpunkte auf 24 Prozent gefallen, hieß es.

Ursachen für den Rückgang seien das stark wachsende Angebot kostenloser Software, der Kampf der chinesischen Behörden gegen Produktpiraten sowie die Entwicklung der heimischen Softwareindustrie, die zunehmend küstengünstige und verlässlichere Programme herstelle. (dpa)

 
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