Siemens will Gewinn aus Bestechung behalten
14.05.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Die Richter am Darmstädter Landgericht verurteilte einen ehemaligen Bereichsvorstand der Kraftwerkssparte PG wegen Bestechung von Managern des italienischen Stromkonzerns Enel zu einer Haftstrafe von zwei Jahren. Sie wird ebenso zur Bewährung ausgesetzt wie die neun Monate, die sein früherer Berater erhielt. Die 63 und 73 Jahre alten Täter hatte gestanden, mehr als sechs Millionen Schmiergeld gezahlt zu haben, damit Enel Siemens-Gasturbinen bestellt. In einem vorangegangenen Prozess in Mailand waren bereits zwei weitere Siemens-Verantwortliche sowie die geschmierten Enel-Mitarbeiter verurteilt worden.
Die Affäre hat bereits den früheren Vorstandschef Heinrich von Pierer sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzenden gekostet. Sein Nachfolger an der Firmenspitze, Klaus Kleinfeld, steht nicht mehr für die Verlängerung seines Ende September auslaufenden Vertrages zur Verfügung.
Zudem steht der Verdacht im Raum, Siemens habe die Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB) illegal mit Millionensummen unterstützt. Ob so nicht nur die Arbeit der AUB-Betriebsräte beeinflusst wurde, sondern auch eine Gegenorganisation zur im Konzern starken IG Metall aufgebaut werden sollten, wird derzeit von der Nürnberger Staatsanwaltschaft ermittelt. (nz)

