09. Mai 2007 11:06
Insgesamt 12.000 Mitarbeiter haben sich an den Warnstreiks bei der Telekom beteiligt. Sollte es zu einem echten Arbeitskampf kommen, würde nicht nur die Telekom in Mitleidenschaft gezogen.
Verdi hatte bereits vor wenigen Tagen angekündigt, dass die flächendeckenden Streiks vor allem die Geschäftskunden der Telekom treffen sollen. Privatkunden will die Gewerkschaft ausklammern, um die Solidarität mit der Bevölkerung nicht zu gefährden. Ein Bestreiken des G8-Gipfels in Heiligendamm schloss er nicht aus: «Der Konzern fürchtet natürlich um sein internationales Ansehen. Doch das ist nicht unser Problem», sagte Verdi-Vertreter Wilhelm bereits am Wochenende.Auch die Konkurrenten der Telekom fürchten sich vor einem Arbeitskampf beim ehemaligen Monopolisten: «Ein Streik hätte massive Auswirkungen auf uns», sagt Peer Knauer, der Präsident des Bundesverbandes Breitbandkommunikation (Breko), laut einem Vorab-Bericht der «Zeit». Im Breko sind 40 Unternehmen organisiert, darunter Arcor, Versatel oder Alice.
Sie alle verfügen über eigene Leitungen, sind aber auf der so genannten letzten Meile in die Häuser auf die Telekom angewiesen. Hat ein Anbieter einen Kunden vom Ex-Monopolisten abgeworben, müssen dessen Techniker den Anschluss für die Konkurrenz erst freischalten. Streikten diese Mitarbeiter, wird «unser Wachstum gebremst», befürchtet Knauer.