netzeitung.deVerdi macht Weg frei für Telekom-Streik

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Proteste gegen den Umbau der Telekom hat es schon viele gegeben (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Proteste gegen den Umbau der Telekom hat es schon viele gegeben
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Alles andere wäre eine Überraschung gewesen: Verdi lässt die Mitglieder über einen Streik bei der Telekom abstimmen. Vielleicht wird der T-Betrieb schon kommende Woche empfindlich gestört.

Die Weichen für den ersten großen Streik bei der Deutschen Telekom seit ihrer Privatisierung sind gestellt: Die Große Tarifkommission der Gewerkschaft Verdi beschloss auf einer Sitzung am Freitag in Köln erwartungsgemäß die Urabstimmung zur Durchführung von Streiks. In der kommenden Woche sollen die Telekom-Mitarbeiter mit ihrer Stimme abschließend über Arbeitsniederlegungen entscheiden. Dafür wäre eine Mehrheit von 75 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder nötig.

Die Telekom will 50.000 Beschäftigte in Service-Gesellschaften auslagern, wo sie für weniger Geld länger arbeiten sollen. Die Verhandlungen zwischen Verdi und dem Telekom-Management waren in der vergangenen Woche abgebrochen worden.
Schlechte Stimmung
Eine Entscheidung zugunsten der Urabstimmung hatte sich bereits abgezeichnet. Zuletzt wiesen darauf die Vorgänge auf der Hauptversammlung des Konzerns am Donnerstag hin: Belegschaftsaktionär hatte Vorstandschef René Obermann mehrfach ausgepfiffen, um gegen den Konzernumbau zu protestieren. Vorstand und Aufsichtsrat wurden dennoch mit breiter Mehrheit von 99 Prozent des anwesenden Kapitals entlastet.

Die Belegschaft hatte bereits mehrfach mit Warnstreiks gegen die Vorstandspläne protestiert. Zur Verhärtung der Fronten trug indirekt auch eine Umbesetzung des Vorstands bei: Konzernchef Obermann machte Thomas Sattelberger zum neuen Personalvorstand. Der hatte sich zuvor bei der Stilllegung des Pkw-Reifenwerks von Continental in Hannover einen schlechten Ruf bei den Gewerkschaften erworben, wo er als harter Sanierer gilt.

Entsprechend kämpferisch zeigte sich die Gewerkschaft: Er sei zuversichtlich, dass die notwendige Mehrheit zustande kommen werde, sagte Verdi-Bundesvorstand Lothar Schröder. Der Arbeitskampf könnte bereits kommende Woche starten. Der Betrieb der Telekom soll durch die Proteste umfassend gestört werden. (dpa/nz)