25. Apr 2007 13:50
Der schwache Yen belastet das Bosch-Geschäft – dabei ist Asien Hoffnungsträger für den Automobilzulieferer. Damit die Rendite stimmt, will setzt Konzernchef Fehrenbach verstärkt auf Umwelttechnik.
Der Autozulieferer und Elektrokonzern Bosch erwartet 2007 eine verhaltene Geschäftsentwicklung. Wegen der starken Euro-Aufwertung werde es ein geringeres Umsatzplus als 2006 geben, sagte Bosch-Chef Franz Fehrenbach am Mittwoch in Stuttgart. Die Umsatzrendite vor Steuern solle aber wieder sieben Prozent betragen. Währungsbereinigt geht der Bosch-Boss von einem Umsatzplus von fünf Prozent aus.Fehrenbach machte deutlich, dass sich die Gewichte der Automobilindustrie noch deutlicher in Richtung Asien verschieben würden. Die ökologischen Herausforderungen will Bosch nicht nur im Autogeschäft, sondern etwa auch bei Sonnenkollektoren oder der Geothermie annehmen. «Wir geben auf ökologische Fragen technische Antworten», sagte Fehrenbach.
Die ersten drei Monate des Jahres 2007 seien verhalten angelaufen, sagte der Bosch-Chef weiter. Das währungsbedingte Erlösplus von fünf Prozent sei durch den starken Euro auf gut die Hälfte geschrumpft. Der Konzern hatte 2006 den Umsatz um 5,4 Prozent auf 43,7 Milliarden Euro gesteigert. Das Ergebnis vor Steuern sank von 3,2 Milliarden auf 3,1 Milliarden Euro, vor allem wegen des Preisdrucks in der Kraftfahrzeugtechnik.Das Nachsteuerergebnis ging von 2,5 Milliarden Euro im Vorjahr auf 2,2 Milliarden Euro zurück. Der größte Bereich Kraftfahrzeugtechnik legt um 3,4 Prozent auf 27,2 Milliarden Euro zu. Bosch festigte seine Stellung als weltgrößer Automobilzulieferer. Stärker wuchsen die Bereiche Industrietechnik (plus 5,1 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro) und Gebrauchsgüter/Gebäudetechnik (plus elf Prozent auf elf Milliarden Euro). Bosch hat die Mitarbeiterzahl im Vorjahr um 10.300 auf 261.300 gesteigert, wobei es Aufbau vor allem im Ausland gab. In Deutschland arbeiten 110.500 Menschen für Bosch.
In Asien werden laut Bosch die dortigen Schwellenländer zu den etablierten Herstellerregionen aufschließen, gerade auch bei Billigautos. In der Region soll der Bosch-Umsatz 2010 schon bei einer Milliarde Euro liegen. «Wir gehen stärker in die neuen Wachstumsmärkte der Welt hinein. Und das geht nur mit mehr Fertigung und Entwicklung in diesen Ländern», betonte Fehrenbach. Er geht 2007 in China (plus 30 Prozent) und Indien (über 20 Prozent) erneut von hohen Umsatzwachstumsraten aus. Allerdings mache der schwache Yen im wichtigen Markt Japan Probleme.Bosch setzt in der CO2-Debatte vor allem auf den sauberen Diesel, der sich in den USA, aber auch in Asien schnell durchsetzen könnte. Von heute 20 Prozent soll die Zahl der in diesen Regionen abgesetzten Hochdruckeinspritzsysteme 2015 schon bei 50 Prozent liegen. Bosch habe außerdem einen Großauftrag für einen Benzin-Hybrid bekommen. Große Erwartungen setzt Bosch auch künftig in Start-Stopp-Systemen zur Treibstoffeinsparung im Stadtverkehr. Die Zahl der verkauften Sonnenkollektoren von Bosch soll sich von heute 150.000 Stück im Jahr bereits 2009 verdoppeln. (dpa)