Obwohl er als Aufsichtsratschef eine umfangreiche externe Aufklärung eingeleitet hat, war von Pierer als Chefkontrolleur in den vergangenen Wochen immer mehr unter Druck geraten. Die in Düsseldorf erscheinende «Rheinische Post» berichtete unter Berufung auf Führungskreise der Gewerkschaft, von Pierer habe auf Druck der IG Metall zurücktreten müssen. Die Gewerkschaft habe von Pierer vor allem wegen des jüngsten Skandals um die Bestechung des unabhängigen Betriebsrats in Nürnberg das Vertrauen entzogen und seinen Rückzug verlangt. Von Pierer habe damit die Unterstützung der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat, die vor allem aus den Reihen der IG Metall kommen, verloren.
Die FDP kritisierte unterdessen, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel weiter die Beraterdienste von Pierers in Anspruch nehmen will. Dieser sei als Aufsichtsratschef auch zurückgetreten, um seine Firma vor weiteren schädlichen Debatten zu bewahren, sagte der stellvertretende FDP-Vorsitzende Rainer Brüderle der «Berliner Zeitung». Deshalb hätten sicher viele Verständnis, «wenn er aus gleichen Motiven seine Beratertätigkeit für die Bundeskanzlerin ruhen lassen würde». (AP, nz)