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Pierer soll von Bestechungsverdacht gewusst haben

21. Apr 2007 11:20
Heinrich von Pierer
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Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer soll bereits 1997 vom Verdacht der Bestechung eines Betriebsrats gewusst haben. Siemens weist das zurück.

Der scheidende Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer soll einem Bericht zufolge bereits 1997 von dem Verdacht auf heimliche Zahlungen an die Arbeitnehmerorganisation AUB gewusst haben. Dies lege das Protokoll einer Sitzung des Aufsichtsrates vom Dezember 1997 nahe, berichtete die «Süddeutsche Zeitung».

Ein Sprecher von Siemens wies diese Darstellung jedoch zurück: «Von Zahlungen an die AUB war von Pierer nichts bekannt», sagte Sprecher Peik von Bestenbostel am Samstag in München der nachrichtenagentur AP. Berichte, von Pierer habe sein Amt nicht freiwillig geräumt, sondern starkem Druck nachgeben müssen, wollte von Bestenbostel nicht kommentieren.

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  • Laut Protokoll sei Pierer und seinen Vorstandskollegen damals im Kontrollgremium von der IG Metall vorgehalten worden, dass Siemens Zahlungen an die AUB leiste, hieß es in der Zeitung.

    Pierer hatte in der Nacht zum Freitag seinen Rücktritt als Aufsichtsratschef angekündigt. Das System schwarzer Kassen bei Siemens und die Zahlungen an die Arbeitnehmerorganisation AUB, deretwegen Konzernvorstand Johannes Feldmayer und andere hohe Manager verhaftet worden waren, fiel in Pierers Zeit als Siemens-Chef von 1992 bis 2005.

    IG Metall machte Druck

    Obwohl er als Aufsichtsratschef eine umfangreiche externe Aufklärung eingeleitet hat, war von Pierer als Chefkontrolleur in den vergangenen Wochen immer mehr unter Druck geraten. Die in Düsseldorf erscheinende «Rheinische Post» berichtete unter Berufung auf Führungskreise der Gewerkschaft, von Pierer habe auf Druck der IG Metall zurücktreten müssen.

    Die Gewerkschaft habe von Pierer vor allem wegen des jüngsten Skandals um die Bestechung des unabhängigen Betriebsrats in Nürnberg das Vertrauen entzogen und seinen Rückzug verlangt. Von Pierer habe damit die Unterstützung der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat, die vor allem aus den Reihen der IG Metall kommen, verloren.

    Die FDP kritisierte unterdessen, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel weiter die Beraterdienste von Pierers in Anspruch nehmen will. Dieser sei als Aufsichtsratschef auch zurückgetreten, um seine Firma vor weiteren schädlichen Debatten zu bewahren, sagte der stellvertretende FDP-Vorsitzende Rainer Brüderle der «Berliner Zeitung». Deshalb hätten sicher viele Verständnis, «wenn er aus gleichen Motiven seine Beratertätigkeit für die Bundeskanzlerin ruhen lassen würde». (AP, nz)

     
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