19. Apr 2007 13:39
Der Verkauf des US-Geschäfts wird DaimlerChrysler teuer zu stehen kommen: Nach Abzug der Einnahmen könnte ein Minus von gut zehn Milliarden Dollar übrig bleiben - plus das, was Daimler 1998 bezahlt hatte.
könnte sich als ein finanzielles Desaster herausstellen. Keiner der bisherigen Bieter sei bereit, die Pensionsverpflichtungen und Krankenversicherungskosten der Chrysler-Mitarbeiter von bis zu 14 Milliarden Dollar zu übernehmen, berichtete das «Manager Magazin» ohne Angabe von Quellen. Damit blieben die Stuttgarter nach Abzug des Kaufpreises auf Verbindlichkeiten von bis zu zehn Milliarden Dollar sitzen. Beim Kauf von Chrysler im Jahr 1998 hatte Daimler-Benz rund 36 Milliarden Dollar bezahlt. DaimlerChrysler lehnte einen Kommentar zu dem Bericht ab.Derzeit verhandelt DaimlerChrysler mit drei Interessenten über einen möglichen Verkauf der US-Sparte: mit dem kanadischen Autozulieferer Magna, mit einem Konsortium um die Beteiligungsgesellschaften Cerberus und Blackstone sowie Kirk Kerkorian – ihm werden allerdings kaum Chancen eingeräumt, zum Zuge zu kommen. Die Gebote liegen derzeit Medienberichten zufolge zwischen vier und fünf Milliarden Dollar.
Alle Bieter würden außerdem den aktuellen Prognosen für Chrysler misstrauen: Die Noch-Mutter geht bislang davon aus, dass die US-Sparte im kommenden Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben wird. Die Bieter teilen diesen Optimismus offenbar nicht.Trotz des holprigen Starts bei den Verkaufsverhandlungen lasse sich die Abspaltung von Chrysler kaum noch stoppen, berichtete das Wirtschaftsmagazin weiter. Unternehmenschef Dieter Zetsche wolle allerdings einen Minderheitsanteil an der US-Sparte behalten. Trotz der Differenzen in den Verkaufsverhandlungen rechne Zetsche mit einem schnellen Abschluss – vielleicht sogar schon im Mai, heiße es an der Konzernspitze. (nz)