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Vorstand muss in Siemens-Affäre aussagen

16. Apr 2007 12:53
Ein Siemens-Gebäude in München
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Warum ein entlassener Manager Millionen an Ruhestandsgeldern bekommt, soll Siemens-Vorstand Sharef vor Gericht erläutern. Für den zuständigen Richter ist das nicht nachvollziehbar.

Im Darmstädter Prozess um Korruption in der Kraftwerkssparte des Siemens-Konzerns soll am Dienstag erstmals ein Mitglied des Zentralvorstands als Zeuge gehört werden. Der für den Geschäftsbereich Energieerzeugung zuständige Manager Uriel Sharef sei geladen worden, sagte eine Gerichtssprecherin am Montag in Nürnberg. Er soll insbesondere zu Ruhestandszahlungen in Höhe von 1,7 Millionen Euro befragt werden, die der Konzern 2004 einem der nun angeklagten Mitarbeiter gewährte - obwohl dessen Fehlverhalten intern bereits bekannt war.

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Im Prozess hatte sich der Ex-Bereichsvorstand Andreas K. als alleiniger Verantwortlicher für Schmiergeldzahlungen von mehr als sechs Millionen Euro bei einem Kraftwerksgeschäft an zwei Manager des italienischen Energie-Konzerns Enel bezeichnet. Er habe dabei Schwarze Kassen benutzt, die er von einem früheren Mitarbeiter übernommen habe und von denen in der Zentrale nichts bekannt gewesen sei.

Bei seinem Ausscheiden zum 1. Juli 2004 hatte der damals 61 Jahre alte K. laut einem Zeugen aus der Siemens-Personalabteilung rund eine Million Euro Übergangsbezüge und eine Ausgleichszahlung für seine vorzeitige Entlassung von 765.000 Euro erhalten. Dieses Vorgehen sei mit dem Vorstand abgestimmt gewesen.

Der Vorsitzende Richter Rainer Buss hatte die Zahlungen mit den Worten kommentiert, dass ein normaler Angestellter bei einer derartigen Pflichtverletzung mit Vorsatz eher eine außerordentliche Kündigung erhalten hätte. K. ist gemeinsam mit einem mutmaßlichen Helfer wegen Bestechung und Untreue angeklagt. Mit einem Urteil ist am vierten Verhandlungstag noch nicht zu rechnen, da auch für den Folgetermin noch ein Zeuge aus dem Haus Siemens geladen ist. (dpa)

 
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