12. Apr 2007 19:50
Ein Siemens-Aktionär hielt wegen der Schmiergeld-Affäre frühere Konzernbilanzen für falsch. Doch ein Gericht folgte seiner Argumentation nicht.
Der Anleger hatte seine Klage damit begründet, dass in den Bilanzen durch die Korruptionsaffäre mögliche Steuernachzahlungen nicht berücksichtigt worden seien. Das Gericht erklärte jedoch, die Höhe möglicher Rückzahlungen stehe noch gar nicht fest. Zudem handele es sich bei den bisher untersuchten Schmiergeldzahlungen und den Bilanzanpassungen im Vergleich zur Gesamtbilanz des Konzerns nur um geringere Summen.«Der Jahresabschluss stellt insoweit kein 'Zerrbild' der wirtschaftlichen Verhältnisse der Beklagten dar», wies das Gericht die Klage ab. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Die Siemens-Führung hatte im Dezember erklärt, es würden Transaktionen von 420 Millionen Euro als zweifelhaft eingestuft. Der Konzern habe seine Bilanz deshalb nach unten korrigiert, da diese Summe nicht steuerlich absetzbar sei. (AP)