Mitarbeiter sollen Chrysler übernehmen
04. Apr 2007 09:18, ergänzt 09:55
 |  Weiß die Lösung auch noch nicht: Dieter Zetsche | Foto: dpa |
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Statt Chrysler an einen Finanzinvestor zu verkaufen, sollten die Mitarbeiter die Sparte übernehmen, schlagen Aktionäre vor. Vorstands-Chef Zetsche will alle Optionen prüfen - diese gehört aber wohl nicht dazu.
Die Kritischen Aktionäre DaimlerChrysler (KADC) rechnen mit einer schnellen Trennung von der Konzerntochter Chrysler, warnen aber vor übereilten Entscheidungen. Es gehe nicht um einen möglichst schnellen Verkauf, es müssten auch die Interessen der Chrysler-Beschäftigten berücksichtigt werden, sagte KADC-Sprecher Alexander Dauensteiner kurz vor Beginn der Hauptversammlung an diesem Mittwoch dem WDR.
Seine Kollegin Beate Winkler-Pedernera warnte vor Massenentlassungen bei Chrysler, falls Finanzinvestoren wie Cerberus oder Blackstone zum Zuge kommen sollten. Sie regte im SWR eine Übernahme durch die Mitarbeiter an. Das hätte steuerliche und auch Imagevorteile für Daimler.
Zetsche verantwortlich
Die Kritischen Aktionäre machten Vorstandschef Dieter Zetsche für die misslungene Integration von Chrysler, eine verfehlte Modellpolitik und mangelndes ökologisches Denken persönlich verantwortlich. «Daher fordern wir, dass (...) Zetsche auch gleich seinen Hut nimmt und das Feld jemand anderem überlässt, der bessere Ideen hat», sagte Winkler-Pedernera. Dauensteiner kündigte an, Aufsichtsrat und Vorstand würden auf der Hauptversammlung in bestimmten Punkten nicht entlastet. «Wer eine Politik macht, die zu solchen Ergebnissen führt, dass man am Ende vor einem völligen Desaster steht, der kann nicht entlastet werden.»
Keine neuen Informationen
Zetsche machte unterdessen klar, dass es auf der Hauptversammlung keine wirklich neuen Informationen geben werde. Unmittelbar vor Beginn des Aktionärstreffens sagte er, «dass wir mit einigen der potenziellen Partner, die klares Interesse bekundet haben, Gespräche führen». Zetsche nannte keine Details und betonte, «dass wir alle Optionen offen halten müssen». Das Management benötige größtmögliche Flexibilität, betonte Zetsche laut Redetext und fügte hinzu: «Mit dem Prozess bin ich bislang zufrieden. Alles läuft nach Plan.» (nz)