Kleinfeld entgegnete, die AUB sei nicht tariffähig. «Die IG Metall ist immer und überall unser Tarifpartner.» Von den rund 1500 Siemens-Betriebsräten stelle die AUB im übrigen nur zehn Prozent. Er habe auch nicht den Eindruck, dass die AUB besonders arbeitgeberfreundlich sei. Ihre Mitglieder müssten die Interessen der Arbeitnehmer vertreten, um bei Betriebsratswahlen zu gewinnen.Die Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB) kündigte unterdessen an, eine Wirtschaftsprüfung zu beauftragen, dubiosen Zahlungen nachzugehen. Die AUB mache einen «Kassensturz», sagte die stellvertretende AUB-Bundesvorsitzende Ingrid Brand-Hückstädt. Um zu sehen, «was möglicherweise von Schelsky und seinen Firmen gekommen ist».
Dem frühere AUB-Vorsitzende Wilhelm Schelsky wird vorgeworfen, von Siemens einen zweistelligen Millionenbetrag erhalten zu haben, ohne dafür eine entsprechende Gegenleistung erbracht zu haben. Das Geld soll dem Vernehmen nach unter anderem dafür genutzt worden sein, die AUB als Konkurrenz zur IG Metall aufzubauen. Im Zuge der Ermittlungen wurde Siemens-Vorstand Johannes Feldmayer festgenommen. Er soll die Verträge mit Schelsky unterschrieben haben. (nz)