Netzeitung Logo

 
DruckenVersenden
 

Kleinfeld sieht sich für Krise nicht verantwortlich

03. Apr 2007 12:19
Siemens-Chef Klaus Kleinfeld
Bild vergrößern
Siemens gibt dem Strafantrag der IG Metall in der Schmiergeld-Affäre kaum Erfolgschancen. Die AUB kündigte an, einen «Kassensturz» zu machen, um mögliche illegale Gelder zu finden.

Siemens-Chef Klaus Kleinfeld gibt der IG Metall mit ihrer Strafanzeige wegen möglicher Schmiergeldzahlungen an die Arbeitnehmerorganisation AUB wenig Chancen. «Bei allem, was ich heute über die Rechtslage weiß, kann ich nicht sehen, dass der Paragraf 119 des Betriebsverfassungsgesetzes greift», sagte Kleinfeld in einem Interview mit mehreren Zeitungen.

Mehr in der Netzeitung:
Eine eigene Verantwortung für die Affäre sieht Kleinfeld nicht. «Verantwortung kann ich nur für das übernehmen, was ich auch zu verantworten habe.» Er habe erst im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Durchsuchungsaktion von dem Millionenvertrag mit AUB-Gründer Wilhelm Schelsky erfahren.

Die IG Metall hatte ihren Strafantrag mit Unterstützung des Gesamtbetriebsrats am Montag gestellt. Sie geht davon aus, dass Siemens mit einer Unterstützung der AUB rechtswidrig Betriebsratswahlen und die Arbeit des Betriebsrats beeinflusst hat.

AUB ist nicht tariffähig

Kleinfeld entgegnete, die AUB sei nicht tariffähig. «Die IG Metall ist immer und überall unser Tarifpartner.» Von den rund 1500 Siemens-Betriebsräten stelle die AUB im übrigen nur zehn Prozent. Er habe auch nicht den Eindruck, dass die AUB besonders arbeitgeberfreundlich sei. Ihre Mitglieder müssten die Interessen der Arbeitnehmer vertreten, um bei Betriebsratswahlen zu gewinnen.

Die Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB) kündigte unterdessen an, eine Wirtschaftsprüfung zu beauftragen, dubiosen Zahlungen nachzugehen. Die AUB mache einen «Kassensturz», sagte die stellvertretende AUB-Bundesvorsitzende Ingrid Brand-Hückstädt. Um zu sehen, «was möglicherweise von Schelsky und seinen Firmen gekommen ist».

Dem frühere AUB-Vorsitzende Wilhelm Schelsky wird vorgeworfen, von Siemens einen zweistelligen Millionenbetrag erhalten zu haben, ohne dafür eine entsprechende Gegenleistung erbracht zu haben. Das Geld soll dem Vernehmen nach unter anderem dafür genutzt worden sein, die AUB als Konkurrenz zur IG Metall aufzubauen. Im Zuge der Ermittlungen wurde Siemens-Vorstand Johannes Feldmayer festgenommen. Er soll die Verträge mit Schelsky unterschrieben haben. (nz)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
 
Wirtschaftssysteme rund um den Globus: 
Die Varianten des Kapitalismus
Erwartungen an den Weltfinanzgipfel: 
Große Runde, kleiner gemeinsamer Nenner
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
Immobiliensuche
Immobilien
immonet
Aus anderen Ressorts

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.