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EMI verkauft Musik ohne Kopierschutz

02. Apr 2007 08:51, ergänzt 15:46
Bei EMI unter Vertrag: Robbie Williams
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Die Plattenfirma EMI geht im Kampf gegen illegale Downloads ungewöhnliche Wege. Dass man online die Lieder jetzt ohne Kopierschutz herunterladen kann, lässt sie sich aber nochmal zusätzlich bezahlen.

Der britische Musik-Konzern EMI plant eine grundsätzliche Änderung der bisherigen Geschäftsstrategie. Künftig soll auf der Download-Plattform iTunes der Musik-Katalog des Unternehmens auch ohne Kopierschutz angeboten werden, wie EMI am Dienstag in London mitteilte. Damit können Verbraucher online gekaufte Musik auf jedem beliebigen Player uneingeschränkt nutzen.

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Neben iTunes ist auch geplant, über andere Musik-Plattformen Lieder ohne das so genannte Digital Rights Management (DRM), das illegale Kopien verhindern soll, zu verkaufen, hieß es. «Unser Ziel ist es, den Konsumenten das bestmögliche digitale Musik-Erlebnis zu bieten», sagte EMI-Chef Eric Nicoli. Bislang hätten die DRM-Beschränkungen unter den Musikfans vielfach für Frustration gesorgt.

30 Cent teurer

Künftig bietet Apple in seinem iTunes Music Stores die Lieder von EMI in zwei Varianten an: weiterhin mit DRM-Code für den bisherigen Preis von 99 Cent je Titel oder in einer besseren Klangqualität mit einer doppelt so hohen Bitrate - 256 statt 128 Kilobit pro Sekunde - für je 1,29 Euro. Ganze Alben werden in Zukunft komplett DRM-frei und in der höheren Bitrate ohne Preisveränderung angeboten.

Apple-Chef Steve Jobs erwartet, dass bis Ende 2006 die Hälfte aller Songs in iTunes ohne Kopierschutz angeboten werden. «Unsere Kunden werden das lieben.» Jobs hatte im Februar die Verantwortlichen in der Musikindustrie in einem offenen Brief aufgefordert, auf einen Kopierschutz generell zu verzichten. Die gängigen Systeme würden ohnehin nicht verhindern, dass Musik illegal kopiert werde. Kritiker sahen darin jedoch nur ein Ablenkungsmanöver: Apple selbst steht in der Kritik, weil sein DRM die Kunden an die eigenen Produkte bindet.

Branche entzweit über Sinn des DRM

iTunes von Apple
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Über den Sinn und Zweck des DRM wird in der Branche heftig gestritten. Die meisten Branchen-Vertreter sehen darin einen sinnvollen Schutz gegen Raubkopien. Problematisch ist jedoch, dass die DRM-Version, die von Apple genutzt wird, nicht mit anderen Geräten als dem iPod kompatibel ist. Ein bei iTunes gekauftes Lied kann demnach allein mit den MP3-Playern von Apple angespielt werden.

Die Musik-Konzerne sehen darin ein Hindernis für stärkeres Wachstum im Online-Musikmarkt, der in den USA immerhin 15 Prozent aller Verkäufe ausmacht. Das Geschäft im Internet wächst rasant, kann aber bisher die rückläufigen Verkäufe klassischer CDs nicht ausgleichen.

Die Konkurrenz von EMI will auf Kopierschutz auch noch nicht verzichten. Warner Music lehnt eine Abschaffung vehement ab. SonyBMG und Universal haben zumindest intern schon über ähnliche Schritte diskutiert, wagen es jedoch nicht, ähnlich aggressiv am Markt zu agieren wie EMI. (nz)

 
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