Lifestyle statt Latex bei Beate Uhse
30.03.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Neue Produkte sollen neue Kunden zu Beate Uhse locken
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der Erotik-Anbieter Beate Uhse hat die Generation 50+ als Käufer ausgemacht: Mit Pornofilmen ist heutzutage kaum noch ein Geschäft zu machen.
Der Flensburger Erotikkonzern Beate Uhse
sieht die gesamte Branche in einem tief greifenden Umbruch und will sich wandeln. «Neue Lifestyle-Trends eröffnen neue Wachstumschancen», sagte Vorstandschef Otto Christian Lindemann am Freitag in Hamburg. «Sex und Erotik gehören zunehmend zum normalen Alltag. Der Konsument von morgen will Sex mit Stil und Genuss.»
Dagegen bieten Sexfilme auf DVD, der einst wichtigste Umsatzträger der Branche, offensichtlich keine Wachstumschance mehr: Während Beate Uhse vor einem Jahrzehnt noch rund zwei Drittel des Umsatzes mit Filmen erwirtschaftete, seien es gegenwärtig nur noch 20 bis 30 Prozent.
Neue Produkte für 50+Das Flensburger Unternehmen, das mehr als 90 Prozent aller Deutschen kennen, will nun auf die Kraft seiner Marke, Qualität und Innovation setzen. Die Einzelhandels-Geschäfte sollen nicht mehr im Rotlicht-Milieu und in Bahnhofsnähe, sondern in guten Innenstadt- Lagen der Metropolen angesiedelt sein und Männer wie Frauen ansprechen. Beate Uhse will neuartige Produkte für die Generation über 50 auf den Markt bringen.
Im vergangenen Jahr verbuchte Beate Uhse wegen eines Wasserschadens im niederländischen Versandzentrum rückläufige Umsätze und Gewinne. Der Umsatz reduzierte sich um 4,9 Prozent auf 271 Millionen Euro, der Gewinn vor Steuern (EBT) um mehr als 41 Prozent auf zwölf Millionen Euro. Der Schaden habe zehn Millionen Euro Gewinn gekostet, die jedoch im laufenden Jahr zum Teil durch eine Versicherungsleistung wieder ausgeglichen würden. Aus dem Jahresüberschuss von zehn (Vorjahr: 14,4) Millionen Euro erhalten die Aktionäre zehn Cent Dividende je Aktie.
Uhse-Sohn will gehenDie Neuordnung des Aktionärskreises werde voraussichtlich im Mai abgeschlossen sein, sagte Lindemann weiter. Für den zum Verkauf stehenden Anteil des Beate-Uhse-Sohnes Ulrich Rotermund von aktuell 27,6 Prozent interessierten sich sowohl Finanzinvestoren als auch strategische Investoren. Eine Zerschlagung des Konzerns sei aber unwahrscheinlich, hieß es. (dpa)