Das langsame Sterben der Compact Disc
Das langsamen Sterben der CD zeigt sich auch an den Charts: Mittlerweile reichen in den Vereinigten Staaten schon 65.000 verkaufte Scheiben, um auf Platz 1 zu landen. Vor einigen Jahren waren eine halbe Million nichts Ungewöhnliches.
Branchen-Kenner gehen deshalb davon aus, dass die Tage der CD gezählt sind. «Die Umsätze sind so stark gefallen, dass ich die CD nur noch als Teil des Marketings sehe», sagt Musik-Produzent Jeff Rabhan dem Wirtschaftsblatt. Hohe Umsätze ließen sich mit ihnen nicht mehr erzielen.
Wie schwierig die Situation ist, zeigte der jüngste Streit zwischen Apple und den Musik-Konzerne über eine generelle Abschaffung des Kopier-Schutzes. Die Entwicklung schlägt direkt auf die Ergebnisse der großen Musik-Konzerne durch: Warner Music musste für das vierte Quartal einen Gewinnrückgang um 74 Prozent ausweisen Besserung ist nicht in Sicht.
Zusätzlich zu den rückläufigen Verkaufszahlen kommt noch ein Preiskampf, der gerade durch die großen Einzelhandels-Ketten wie Wal-Mart vorangetrieben wird. In den USA musste im vergangenen Jahr sogar eine klassische Kette von Musik-Geschäften dicht machen: Tower Records konnte dem Druck der Einzelhändler nicht standhalten und meldete Insolvenz an.
Auch die großen Stars der Musik-Branche haben unter der Entwicklung zu leiden. Das neue Album von Norah Jones «Not to Late» verkaufte sich bisher 1,1 Millionen Mal. Was nach viel klingt, ist jedoch wenig: Vom Vorgängeralbum «Feels like Home» wurden 2004 noch 2,2 Millionen Kopien verkauft. (nz)

