20.03.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Künftig in Deutschland weniger zu tun: Briefsortieranlage der Deutschen Post
Foto: Deutsche Post
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Den operativen Gewinn von 2006 wird die Post nach eigener Einschätzung nicht halten können. Das klassische Briefgeschäft wird zudem vermehrt vom Ausland getragen.
Die Deutsche Post
erwartet in diesem Jahr einen Gewinnrückgang im operativen Geschäft. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) solle 2007 bei mindestens 3,6 Milliarden Euro liegen, teilte die Post am Dienstag in Bonn mit. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern das selbst gesteckte Ziel von 3,9 Milliarden Euro erreicht.
Allerdings waren darin Sonderposten enthalten, an erster Stelle 276 Millionen aus dem Verkauf von Anteilen der Postbank. Die Post hatte den Anteil an der Tochter
auf knapp über 50 Prozent verringert. Rechne man die Sondereffekte heraus, ergebe sich ein Anstieg des Ergebnisses auf vergleichbarer Basis «von mindestens drei Prozent», hob die Post hervor.
Briefgeschäft in Deutschland rückläufigDas traditionelle Kerngeschäft des Unternehmens, die Beförderung von Briefen, soll 2007 mit einem Ebit von rund zwei Milliarden Euro stagnieren dabei will die Post Einbußen im Heimatmarkt, wo das Briefmonopol Ende dieses Jahres ausläuft, durch das expandierende Auslandsgeschäft ausgleichen.
Für die Sparte Logistik, die im vergangenen Jahr dank der Übernahme des britischen Dienstleisters Exel stark gewachsen war, geht die Post von einem Ebit-Plus von 15 Prozent in diesem Jahr aus. 2006 hatte die Post mit der Sparte 762 Millionen Euro verdient. Den Vorjahresumsatz der Sparte in Höhe von 22,74 Milliarden Euro will die Post um einen hohen einstelligen Prozentsatz steigern.
Umsatz um gut ein Drittel gesteigertIn der Expresssparte, die das defizitäre US-Geschäft beinhaltet, peilt der Konzern ein Ebit von 400 Millionen Euro an nach 325 Millionen im Jahr 2006. Darin seien Sonderaufwendungen für den Ausbau des Luftdrehkreuzes Leipzig von etwa 100 Millionen Euro enthalten, hieß es.
Der Konzernumsatz stieg im vergangenen Jahr um 36 Prozent auf 60,55 Milliarden Euro. Der Reingewinn ging indes um 14,3 Prozent auf 1,92 Milliarden Euro zurück. Das begründete die Post mit der Verringerung ihrer Postbank-Anteile. Der Konzern stellte zugleich seinen Aktionären eine Erhöhung der Dividende auf 75 Cent je Aktie in Aussicht. Am Vormittag wird Postchef Klaus Zumwinkel die Ergebnisse 2006 erläutern. (nz/dpa)