17. Mrz 2007 11:14
Jahrelang hat sich Badenia gegen die Klagen geschädigter Anleger im so genannten Schrottimmobilien-Skandal gewehrt. Jetzt will die Bausparkasse «die Dinge wieder ins Lot bringen».
Die Bausparkasse Badenia sucht nach einem Ausgleich mit geschädigten Anlegern, die durch Vermittlung des Unternehmens so genannte Schrottimmobilien erworben haben. sein Unternehmen habe bisher 900 Vergleichsangebote gemacht, 300 würden in Kürze folgen, sagte der Vorstandsvorsitzende Dietrich Schroeder der «Stuttgarter Zeitung». Die Hälfte davon sei bereits angenommen, fügte er hinzu. Diesen Weg gehe er, um die «Dinge wieder ins Lot zu bringen» und in Not geratenen Menschen zu helfen. Er sei der tiefen Überzeugung, dass Ethik und Moral im Geschäftsleben «unverzichtbar» seien, und er wisse, dass sehr viele Käufer «sehr unglücklich» seien, sagte der 65-jährige Manager, der seit fünf Jahren durch das «Minenfeld» des als «Badenia-Skandal» bezeichneten Immobiliengeschäfts geht.
In den 90er Jahren hatten etwa 7000 Kleinanlegern überteuerte Immobilien von dem Unternehmen gekauft. Seit Jahren befassen sich Gerichte mit dem Streit. Am kommenden Dienstag fällt der Bundesgerichtshof sein Urteil.Viele der seinerzeit verkauften Immobilien haben heute nur noch einen geringen Wert, die Belastungen für die Käufer sind aber geblieben. Die Badenia hat sich dabei stets gegen die Klagen der Kunden gewehrt, die Bausparkasse sei verantwortlich für die Verkäufe. Schroeder legt nach wie vor Wert auf die Feststellung, dass sein Unternehmen nur Finanzier der Immobilien war. Er sei aber interessiert daran, den «Weg der Verständigung» weiter zu gehen, auch wenn die Badenia vor dem BGH obsiegen sollte. (nz/dpa)