15. Mrz 2007 15:28
Die Erneuerbaren Energien sind in Deutschland ein Jobmotor: Bis 2010 rechnet die Branche mit 60.000 neuen Stellen. Die Solarindustrie erwartet sprunghaftes Wachstum.
Die Erneuerbaren Energien werden zur Boombranche in Deutschland: Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) sagte am Donnerstag in Berlin für dieses Jahr einen Umsatzzuwachs von 17 Prozent auf 32 Milliarden Euro voraus. 2007 sollen 15.000 neue Arbeitsplätze entstehen, bis 2010 sollen 45.000 weitere dazu kommen.Vertreter des BEE zeigten sich auf ihrer Jahreskonferenz zuversichtlich, dass das europäische Ziel übertroffen werden könne, bis 2020 ein Fünftel des Strombedarfs mit Erneuerbarer Energie zu decken. Die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Claudia Kemfert, bestätigte die Prognose. «Die Branche der Erneuerbaren Energien ist eine Wachstumsbranche in Deutschland». Mit dem prognostizierten Arbeitsplatzzuwachs seien in der Branche deutschlandweit 230.000 Menschen beschäftigt.
Kemfert wies darauf hin, dass die derzeit hohen Öl- und Gaspreise die klimafreundlichen Energien schneller wettbewerbsfähig machten. Der weitere Ausbau der Erneuerbaren Energien lasse den Strompreis sinken. In den kommenden zehn Jahren könne die Volkswirtschaft von Kosten in Höhe von zehn Milliarden
Euro entlastet werden.Der Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft und Vizepräsident des BEE, Carsten Körnig, betonte die weltweite Spitzenstellung der deutschen Solarindustrie. 53.000 Menschen arbeiteten Ende 2006 in den Bereichen Solarstrom und Solarwärme. «Nirgendwo sonst auf der Welt existiert eine so hohe Dichte an Solarfabriken und solartechnischen Forschungseinrichtungen», sagte er. Viele Unternehmen in Deutschland planten den Ausbau ihrer Kapazitäten.
Körnig sagte, die Solarbranche werde vorerst noch öffentliche Förderung benötigen. Sie sei aber guter Dinge, im Strombereich 2015 wettbewerbsfähig zu sein. Die Branche rechnet mit einem sprunghaften Wachstum im Export: In diesem Jahr werde ein Exportvolumen von 8,5 Milliarden Euro erwartet, 2010 sollen es schon 15,7 Milliarden Euro sein, teilte der Präsident des Bundesverbandes der Windenergie und BEE-Vizepräsident, Peter Ahmels, mit.