Franzosen streiken für A320
06.03.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Dort traten Beschäftige am Morgen in den Warnstreik: «Die Leute sind sehr motiviert. Das wird ein großer Erfolg sein», sagte Jean- François Knepper, französischer Co-Präsident des europäischen Airbus- Betriebsrats. Kundgebungen sind auch im Werk Méaulte in Nordfrankreich, in Nantes und in Saint-Nazaire im Westen des Landes geplant.
Sollte die Unternehmensführung nicht einlenken, droht die Gewerkschaft Force Ouvrière damit, die Flugzeugproduktion zu blockieren. Ein längerer Streik sei nicht ausgeschlossen.
Am Vortag hatte die französische Regierung ihre Bereitschaft signalisiert, sich stärker bei EADS zu engagieren. Voraussetzung sei jedoch, dass die Führung von Airbus vereinfacht werde, sagte der französische Premierminister Dominique de Villepin. Die Doppelspitze müsse abgeschafft werden - nur so könne der Konzern die künftigen Herausforderungen effizient meistern. Derzeit wird EADS vom deutschen Thomas Enders und seinem französischen Kollegen Louis Gallois geleitet. Welcher der beiden Vorstandschefs von Paris favorisiert wird, ließ de Villepin offen.
Im Zuge der Sanierung von Airbus sollen in Frankreich innerhalb von vier Jahren rund 4300 Arbeitsplätze wegfallen, davon allein etwa 1100 in Toulouse. Insgesamt will EADS sechs Werke schließen oder auslagern. Europaweit sind davon etwa 10.000 Mitarbeiter betroffen. Damit will der Konzern die Kosten deutlich reduzieren. Allein die Verzögerungen beim neuen Großraum-Modell A380 kosten Airbus fast fünf Milliarden Euro. Hinzu kommen höhere Entwicklungskosten für den geplanten neuen Langstrecken- Modell A350. (nz)

