netzeitung.deParis will Doppelspitze bei EADS abschaffen

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Die EADS-Co-Chefs Louis Gallois (l.) und Thomas Enders (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die EADS-Co-Chefs Louis Gallois (l.) und Thomas Enders
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Um die «industriellen Herausforderungen» zu meistern, sollte EADS auf die Doppelspitze verzichten, fordert Paris. Nicht nur dies könnte zu Unstimmigkeiten zwischen Deutschland und Frankreich führen.

Die französische Regierung will die deutsch-französische Doppelspitze des Airbus-Mutterkonzerns EADS abschaffen. Angesichts der Struktur mit zwei Co-Präsidenten und zwei Co-Chefs müsse ernsthaft diskutiert werden, ob man nicht mit je einem Posten auskomme, sagte Wirtschaftsminister Thierry Breton am Montagabend.

Premierminister Dominique de Villepin forderte, die Führung von Airbus müsse vereinfacht werden, um die künftigen industriellen Herausforderungen effizienter lösen zu können. Derzeit wird EADS vom deutschen Thomas Enders und seinem französischen Kollegen Louis Gallois geleitet. Beide betonten unlängst, sie würden die Aufgabe lieber alleine übernehmen. Wer von den beiden für Frankreich erste Wahl wäre, ließen Villepin und Breton offen.

Villepin bekräftigte zudem die Bereitschaft seiner Regierung zu einer Kapitalerhöhung bei EADS. Man würde sich zusammen mit den anderen EADS-Aktionären daran beteiligen, wenn das Unternehmen dies für notwendig halte. Deutschland hatte sich bereits gegen einen solchen Schritt ausgesprochen und vor einem Subventions- Wettlauf gewarnt.

Eine Aufstockung des französischen Anteils bei dem europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern könnte das deutsch-französische Gleichgewicht beenden. Paris ist bereits mit 15 Prozent an der Airbus-Mutter beteiligt, der französische Mischkonzern Lagardère hält weitere 7,5 Prozent.

Auf deutscher Seite stehen dem DaimlerChrysler mit 15 Prozent sowie ein Konsortium unter Beteiligung mehrerer Bundesländer mit insgesamt 7,5 Prozent gegenüber. EADS braucht frisches Geld, um Zukunftsprojekte wie den neuen Langstreckenjet A350 zu finanzieren. Zudem ist der Konzern durch die Airbus-Krise in die finanzielle Schieflage geraten. (nz/AP)