05.03.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Die Arbeit bei Airbus läuft nur schleppend wieder an
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Verunsicherung in den deutschen Airbus-Werken bleibt groß. Aus französischer Sicht hängt Airbus vier Jahre hinter Boeing zurück. Thema: Krise bei Airbus Airbus springt letzter Kunde für A380-Frachter ab Airbus-Manager ausgepfiffen Airbus sieht keine Management-Fehler Airbus stoppt Frachtversion des A380 SPD warnt vor Subventions-Wettlauf bei Airbus Airbus-Beschäftigte «streiten» für ihre Jobs
Zwar sind die in der vergangenen Woche spontan in den Ausstand getretenen Mitarbeiter der Airbus-Werk in Laupheim, Nordenham und Varel am Montag wieder im Betrieb erschienen. Aus der Belegschaft der Standorte in Baden-Württemberg und Niedersachsen verlautete indes, die Arbeit werde nur schleppend wieder aufgenommen. Die Beschäftigten hatten die Tätigkeit spontan niedergelegt, nachdem die Konzernmutter EADS
angekündigt hatte, die Werke entweder zu verkaufen oder einen Partner für die Weiterführung zu suchen. Die Mitarbeiter seien aber noch immer über die Vorgehensweise verunsichert, berichteten Nachrichtenagenturen.
Die mögliche Trennung von drei der insgesamt sieben Airbus-Werke hierzulande ist Teil des Sanierungsprogramms «Power 8», das in der vergangenen Woche nach einiger Verzögerung öffentlich vorgestellt worden war. Insgesamt will sich der Flugzeughersteller von 10.000 Mitarbeitern trennen, um die Kosten deutlich zu senken. Allein die Verzögerungen beim neuen Großraum-Modell A380 kosten das Unternehmen fast fünf Milliarden Euro. Hinzu kommen höhere Entwicklungskosten für den geplanten neuen Langstreckentyp A350, der in seiner bisherigen Form kaum Anklang bei den Kunden fand.
Airbus vier Jahre hinter Boeing?Die französische Regierung mit 15 Prozent direkt an EADS beteiligt hält die Sanierungsbemühungen der Konzernspitze indes für «unverzichtbar». Nur so könne Airbus den US-Erzrivalen Boeing bis 2012 wieder als weltgrößter Hersteller ablösen, sagte Finanzminister Thierry Breton in mehreren am Montag veröffentlichten Interviews. Airbus vollziehe nur nach, was bei Boeing bereits vor vier Jahren begonnen habe. Breton verwies darauf, dass beim Stellenabbau auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet werden solle.
Trotz seines Aktienbesitzes habe Paris keinen direkten Einfluss auf die Strategie des Managements, sagte der Minister. Die Flugzeugindustrie habe aber für die Europa «absolut strategische» Bedeutung. Deshalb müsse Airbus auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet sein, argumentierte er mit Blick auf die sich weiter entwickelnde Technologie. (nz)