netzeitung.deAirbus-Beschäftigte «streiten» für ihre Jobs

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Airbus-Werk Nordenham (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Airbus-Werk Nordenham
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die IG Metall will sich mit aller Kraft für den Erhalt der Airbus-Standorte Varel und Laupheim einsetzen. Am Donnerstag legten Beschäftigte aus Protest gegen «Power 8» erneut die Arbeit nieder. Thema: Krise bei Airbus Airbus-Beschäftigte legen die Arbeit nieder Kampf um Airbus hat erst begonnen Airbus streicht 3700 Jobs in Deutschland Gewerkschaften erklären Airbus den Krieg EADS-Verwaltungsrat billigt Airbus-Sparpaket «Keine harten Entlassungen» bei Airbus Airbus-Standort vor «Sterben auf Raten» Deutsche Politik muss französischer werden

Nach Bekanntgabe des Sanierungsprogramms für Airbus gibt sich die IG Metall kämpferisch: Die Gewerkschaft werde sich mit aller Kraft für den Erhalt der beiden Airbus-Werke Laupheim und Varel einsetzen. Die IG Metall werde eine Schließung nicht hinnehmen, sagte die Chefin des Gewerkschaftsbezirkes Küste, Jutta Blankau, am Donnerstag dem Deutschlandradio. «Der Zug ist noch nicht abgefahren, fügte sie hinzu. Der angeschlagene Flugzeughersteller sei zu Verhandlungen bereit.

«Es besteht aus unserer Sicht nicht die Notwendigkeit, so gravierende Maßnahmen zu machen, weil Airbus nicht zu vergleichen ist mit üblichen Sanierungsfällen», sagte die Gewerkschafterin. Sie frage sich, wie Airbus seine Aufträge mit dem geplanten Personalabbau schaffen wolle.

Viel Schatten
Im Zuge der Sanierung der Konzerntochter will der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS
10.000 Arbeitsplätze abbauen. In Deutschland sollen demnach 3700 Stellen wegfallen, weitere 4300 Jobs sind in Frankreich betroffen. In Großbritannien sind es 1600 Stellen und 400 in Spanien. Der Abbau soll in einem Zeitraum von vier Jahren realisiert werden. Verkauft werden sollen die beiden Werke Varel (Niedersachsen) und Laupheim (Baden-Württemberg) und der französische Standort in Saint-Nazaire.

Airbus will den Personalabbau ohne Entlassungen durchführen. Der Flugzeughersteller war nach Produktionsproblemen und Lieferverzögerungen bei dem Großraummodell A380 im vergangenen Jahr in eine schwere Krise gestürzt.

Das Programm enthalte «wenig Licht und viel Schatten», kritisierte Blankau. Der Lichtblick sei, dass die Endmontage in Hamburg erhalten bleiben solle. Sie signalisierte zugleich Gesprächsbereitschaft mit dem Management über eine weitere Effizienzsteigerung und weitere Flexibilisierung der Arbeitszeiten.

Proteste gehen weiter
An diesem Donnerstag beraten Airbus-Gesamtbetriebsrat und die IG Metall in Hamburg über die Sanierungspläne. Am Nachmittag wollen sie auf einer Pressekonferenz über ihre weitere Vorgehensweise informieren.

Die Proteste in den beiden niedersächsischen Städten Varel und Nordenham sowie im baden-württembergischen Laupheim wurden derweil fortgesetzt. In Varel legten die Mitarbeiter die Arbeit nieder und blockierten die Werkstore: «Wir streiken nicht, wir streiten um den Erhalt der Arbeitsplätze», sagt der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Jürgen Blümel. Die Arbeit solle vorerst bis Freitag ruhen. In Laupheim demonstrierten die rund 1200 Mitarbeiter geschlossen gegen den drohenden Verkauf.

Unabhängig von den Stelleneinsparungen will Airbus für die Werke in Varel, Laupheim sowie im französischen Saint Nazaire verschiedene Möglichkeiten ausloten. Dazu zählt neben einem Verkauf an Hauptzulieferer auch eine Abgabe an das Management oder die Zusammenlegung mit anderen Werken. (nz)