netzeitung.deKampf um Airbus hat erst begonnen

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Mitarbeiter von Airbus im Werk in Hamburg-Finkenwerder (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Mitarbeiter von Airbus im Werk in Hamburg-Finkenwerder
Foto: dpa
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Mit der Bekanntgabe von «Power 8» beginnt der eigentliche Streit um Jobs bei Airbus. In den betroffenen deutschen Werken wird schon nicht mehr gearbeitet.

Frankreichs Gewerkschaften haben dem Flugzeug- Hersteller Airbus vorgeworfen, das Sparprogramm «Power 8» ginge einseitig zu Lasten der französischen Standorte. «Das ist schwerwiegend und ungerecht, Frankreich weiß seine Industrie nicht zu schützen», sagte Julien Tavalan von der Force Ouvrière (FO). Die Gewerkschaften bedauern vor allem, dass der A320 künftig zum größten Teil in Hamburg gebaut werden soll.
Die Gewerkschaft CGT kündigte massive Proteste an: Die Mobilisierung gegen den geplanten Stellenabbau und die Airbus- Werksverkäufe müsse anschwellen, es werde als Protest dagegen spontane und auch organisierte Arbeitsniederlegungen geben, sagte Sprecher Xavier Petrachi am Mittwoch in Toulouse. «Wenn man Power 8 zulässt, ist das der Ruin von Airbus.»

Auch in Deutschland ist die IG Metall über die geplanten Maßnahmen «schockiert». Gerade der angekündigte Verkauf des Airbus-Werkes in Laupheim sei «überraschend», teilte die Gewerkschaft mit. «Die Entscheidung ist ein Schlag ins Gesicht der Belegschaft und in keinster Weise nachvollziehbar», sagte der Geschäftsführer der IG Metall Ulm, Michael Braun.

IG Metall: «Schlag ins Gesicht»
Ein Verkauf gefährde den Standort mittel- bis langfristig ganz massiv: «Wir machen uns große Sorgen um die Arbeitsplätze und werden nicht tatenlos zuschauen, wie der Standort scheibchenweise rasiert wird.» Die Belegschaft sei «hoch qualifiziert, leistungsfähig und flexibel». Um so unverständlicher sei die Entscheidung, kritisierte Braun. Es sei «Irrsinn», einen High-Tech-Standort aufzugeben und abzustoßen.

Der Betriebsrat des Airbus-Werkes im baden-württembergischen Laupheim warnte Airbus, für «Fehler des Managements nicht die Beschäftigten zur Ader lassen». Die Politik forderte er auf, «sich mit uns gemeinsam vehement für den Erhalt des Standortes» einzusetzen.

Die Airbus-Arbeitnehmer in den Werken Varel, Nordenham und Laupheim haben unterdessen nach Angaben der IG Metall Küste die Arbeit niedergelegt und sind nach Hause gegangen. Die Arbeit solle vermutlich erst am Freitag wieder aufgenommen werden. «Sie haben die Schnauze voll», sagte ein Sprecher.

Zuvor waren die Details des Sparprogramms bekannt geworden. Demnach sollen im Zuge der Sanierung insgesamt 10.000 Stellen abgebaut werden. Die deutschen Werke Varel (Niedersachsen) und Laupheim sowie das französische Werk in Saint-Nazaire werden den Angaben zufolge verkauft. An Risikopartner abgetreten werden sollen die Standorte Nordenham (Niedersachsen) sowie Méaulte in Frankreich und Filton in Großbritannien. (nz)