Gewerkschaften erklären Airbus den Krieg
27.02.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Die deutschen Arbeitnehmer-Vertreter hingegen wollten sich im Vorfeld der Bekanntgabe nicht äußern. Am Donnerstag berate der Gesamtbetriebsrat auf einer Sondersitzung in Hamburg über das weitere Vorgehen, teilte die IG Metall mit.
In Brüssel trafen unterdessen Arbeitnehmervertreter auf einer Konferenz des Europäischen Metallgewerkschaftsbundes (EMB) zusammen. Daran nahmen auch der Co-Chef des Airbus-Gesamtbetriebsrates, Jean-François Knepper, und der Betriebsratschef des Hamburger Werks, Horst Niehus, teil. «Wir haben Signale erhalten, dass bis zu 10.000 Stellen abgebaut werden könnten», sagte EMB-Generalsekretär Peter Scherrer. In den nächsten zwei bis drei Wochen werde es einen europaweiten Aktionstag geben.
Dem Vernehmen nach ist geplant, in Frankreich und Deutschland jeweils zwei Werke zu verkaufen in den vergangenen Wochen waren zeitweise sogar acht Standorte im Gespräch. In Deutschland sollen die beiden Werke in Varel und Nordenham verkauft werden, in Frankreich die Standorte Meaulte and Saint-Nazaire. Die Sprecher von Airbus Deutschland und EADS wollten die Berichte nicht kommentieren.
Knackpunkt der Verhandlungen war die künftige Aufteilung der Produktion. Das Prestige-Modell A380 wird demnach weiterhin sowohl in Frankreich als auch Deutschland gebaut. Der neue A350 XWB wandert dagegen zum größten Teil in französische Hände.
Der Rumpf des Mittelstreckenflugzeugs sowie Höhenleitwerke werden jedoch in Deutschland hergestellt. Damit habe Deutschland Anteil an der zukunftsweisenden Kohlefaser-Technologie CFK. Deutschland wird zudem den technologisch weniger aufwändigen aber in deutlich höheren Stückzahlen produzierten A320 erhalten. (nz)

